Superwahl-Sonntag

Wahlkampf 2016 in der Apotheke

Berlin / Stuttgart - 13.03.2016, 19:00 Uhr

Standen Apotheken in früheren Zeiten mehr im Blickpunkt der Politiker? Zur Bundestagswahl 1969 wurde jedenfalls sehr nah Wahlkampf gemacht. (Foto: dpa)

Standen Apotheken in früheren Zeiten mehr im Blickpunkt der Politiker? Zur Bundestagswahl 1969 wurde jedenfalls sehr nah Wahlkampf gemacht. (Foto: dpa)


Im Vorfeld der Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt haben zumindest einige Politiker Apotheker als Wähler umworben. Einige besuchten eine Offizin, um sich ein besseres Bild von den Problemen vor Ort zu machen.

Nicht viele, aber doch einige der Kandidaten, die sich am Sonntag in die Landesparlamente von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt wählen lassen möchten, haben einen Teil ihres Wahlkampfes auch in Apotheken verbracht.

Einer von ihnen ist der Abgeordnete der Grünen im baden-württembergischen Landtag Thomas Poreski. Der Kandidat für den Wahlkreis Reutlingen folgte als einziger Politiker jetzt einer Einladung der Landesapothekerkammer zu einem Besuch in die Brücken-Apotheke im ländlichen 5500-Einwohner Ort Dußlingen nahe Tübingen.Die Zusage war allerdings ein wenig biografisch motiviert, berichtet das Schäbische Tagblatt: Poreskis Mutter ist gelernte Apothekenhelferin.

Thomas Poreski (Foto: privat)

Probleme der Apotheken auf dem Land angehört

Eine Stunde lang hörte er sich von Apothekerin Ursula Barthlen, ihren Angestellten sowie dem Sprecher der Landesapothekerkammer Stephan Möbius an, mit welchen Problemen die Apotheker auf dem Land zu kämpfen haben.

Neben dem Thema der weniger werdenden Ärzte auf dem Land ging es dabei auch etwa um den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Der Abgeordnete zeigte sich dabei problembewusst. Die Struktur sei im Eimer, sagte er, wenn im ländlichen Raum eine Apotheke schließen würde. Gehe es nach den Grünen, soll sich das gesamte Gesundheitssystem an seinem sozialräumlichen Wert orientieren, berichtet das Schäbische Tagblatt.

Bedrohliche Verarmung des Versorgungsnetzes

Ähnlich besorgt über die Situation auf dem Land äußerte sich auch der baden-württembergische FDP-Landtagsabgeordnete Timm Kern, als er Ende Februar die Stadtapotheke in der 6700-Einwohner-Stadt Alpirsbach bei Freudenstadt besuchte. Kern kandidiert für den Wahlkreis Freudenstadt. Das Apothekensterben im ländlichen Raum sei eine bedrohliche Verarmung des medizinischen Versorgungsnetzes, sagte er bei diesem Besuch, festgehalten auf Kerns Internet-Präsenz. 

Apotheken-nahe Kandidaten gibt es in Baden-Württemberg

Insgesamt scheinen die Politiker in diesem Jahr nicht oft für ihren Wahlkampf in Apotheken vorbei geschaut zu haben. Allerdings gibt es einige Kandidaten, die der Apothekerschaft nahe stehen.

In Baden-Württemberg sind das etwa Marianne Engeser, studierte Apothekerin, die für die CDU und den Wahlkreis Pforzheim bereits im Landtag sitzt. Die ausgebildete PTA Martina Braun von der Partei der Grünen kandidiert in Villingen-Schwenningen und Andrea Kanold, die in Bad Dürrheim eine Apotheke betreibt, und Kreisvorsitzende der FDP im Verband Schwarzwald-Baar ist, kandidiert ebenfalls für den Wahlkreis Villingen-Schwenningen, zu dem Bad Dürrheim zählt.

Die Parteien, die Gesundheitspolitik und die Apotheken

Wie sich die Parteien jeweils zum Thema Gesundheitspolitik im Landtagswahlkampf stellen, findet sich für die drei Bundesländer jeweils einzeln in unserem Daz.Online-Wahlcheck:

Wir informieren Sie weiterhin auf DAZ.online über den Ausgang der Landtagswahlen und die Perspektiven für die Gesundheitspolitik in den einzelnen Bundesländern. 


Volker Budinger, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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