DAZ.Wochenschau

Geht doch!

Stuttgart - 05.03.2016, 08:00 Uhr

(Foto: okskaz / AdobeStock)

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Ärger und Frust über die Gehilfenrolle, die den Apothekern im eHealth-Gesetz beim Medikationsplan zugedacht wurde, sind noch nicht vergessen. Doch die Apotheker lassen sich nicht entmutigen. Sie treiben ihre Projekte weiter voran und es gibt sogar Geld. Die Wochen-Highlights von DAZ.online-Redakteurin Julia Borsch.

Patienten der AOK Nordost können sich ab sofort in der Apotheke einen umfassenden Medikationsplan erstellen lassen – und zwar auf ärztliche Verschreibung. Im Rahmen des „Medikationskonsil Greifswald“ dürfen die örtlichen Mediziner entsprechende Rezepte ausstellen. 

Der Patient kann sich mit seinem  Rezept über ein Medikationsmanagement an eine beliebige Apotheke in Greifswald oder in der Umgebung wenden. Nach erbrachter Leistung rechnet die Apotheke das Rezept mit einer Sonder-PZN ab und erhält eine am ARMIN-Projekt orientierte Vergütung. Auch der Arzt bekommt eine Honorierung. Seit 1. März läuft die Testphase. Sie soll dazu dienen sinnvolle Konditionen auszutesten und dauert ein Jahr.

Mehr zum Projektstart lesen Sie hier:

AOK Nordwest fördert AMTS-Projekt

Und auch im Westen tut sich was. Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe und die AOK Nordwest wollen in einem gemeinsamen Projekt belegen, dass apothekerlicher Einsatz die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) verbessern kann. Rund 100 AMTS-qualifizierte Apotheken sollen die Therapie von mindestens 1000 Patienten optimieren. Das Ganze soll wissenschaftlich ausgewertet werden.

DAZ.online-Redakteurin Julia Borsch

Welche Patienten für das Projekt geeignet sind, müssen Apotheker und Arzt entscheiden. Basis der Analyse soll idealerweise die elektronische AOK-Patienten-Quittung sein. Hier sieht der Apotheker sämtliche Verordnungen, die zulasten der Kasse erfolgten. Diese Übersicht kann er dann um die OTC-Arzneimittel ergänzen. Wenn es Auffälligkeiten gibt, sollen die Heilberufler miteinander in Kontakt treten und diese im Sinne des Patienten und der AMTS auflösen. 80.000 Euro lässt sich die AOK Nordwest das dreijährige Projekt kosten.

Weitere Infos zum Projekt von AKWL und AOK Nordwest finden Sie hier.

Diese beiden Beispiele zeigen: Geht doch! Apotheker machen Medikationspläne- und Analysen.Und das wird nicht nur mit warmen Worten und Anerkennung, sondern mit einer Vergütung honoriert.

Außerdem hat der Innovationsausschuss, der die Gelder des neuen Innovationsfonds verteilen wird, Modellprojekte zur Arzneimitteltherapie sowie zur Arzneimitteltherapiesicherheit zu einem seiner Förderschwerpunkte erklärt. Noch eine Tatsache, die die Apotheker ermutigen sollte.

Mehr dazu lesen Sie hier.


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Die ABDA hat die Zahlen offiziell veröffentlicht: Nur noch 20.249 Apotheken


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