Ministerpräsidentin Malu Dreyer

Neuer Ausweis soll Gesundheitsstatus von Flüchtlingen dokumentieren

Mainz - 17.02.2016, 07:30 Uhr

Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin in Rheinland Pfalz, will den Gesundheitsstatus von Flüchtlingen von Beginn an dokumentieren. (Foto: dpa)

Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin in Rheinland Pfalz, will den Gesundheitsstatus von Flüchtlingen von Beginn an dokumentieren. (Foto: dpa)


Spätestens in zwei Wochen soll die Ausgabe beginnen: Rheinland-Pfalz will mit einem Ausweis den Gesundheitszustand neu ankommender Flüchtlinge dokumentieren und so Ärzten die Arbeit erleichtern. Das teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Dienstag in Mainz mit.

Rheinland-Pfalz will eine Vorreiterrolle einnehmen. Wie Ministerpräsidentin Malu Dreyer mitteilte, soll der Gesundheitszustand neu ankommender Flüchtlinge in einem dreisprachigen, neuen Gesundheitsausweis dokumentiert werden. So sollen in den Erstaufnahmeeinrichtungen etwa Impfungen, Röntgenbefunde und Krankheiten erfasst werden.

Wenn Asylbewerber später auf Kommunen in Rheinland-Pfalz verteilt würden, könnten sie diese Dokumentation bei örtlichen Ärzten vorlegen. Nach Angaben von Dreyer dürfte die Ausgabe der Gesundheitspässe in ein oder zwei Wochen beginnen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist das Bundesland damit Vorreiter. Die Pässe haben nichts zu tun mit der Gesundheitskarte zur Abrechnung der Kosten einer medizinischen Behandlung von Flüchtlingen.

Gesundheitskarte zur Abrechnung in ganz Deutschland?

Eine Kommission der Robert-Bosch-Stiftung um den stellvertretenden CDU-Chef Armin Laschet hat in der vergangenen Woche die flächendeckende Einführung eben dieser Gesundheitskarte für Flüchtlinge vorgeschlagen. Nur so könne eine angemessene medizinische Versorgung sicher gestellt werden. Die einheitliche Karte könne sowohl Bürokratie als auch Kosten vermeiden. Außerdem solle Flüchtlingen zukünftig eine medizinische Grundversorgung zustehen, so die Kommission. 

Bisher müsse oft bei jeder einzelnen Behandlung ein Krankenschein bei den Gesundheits- und Sozialämtern beantragt und durch die Ärzte abgerechnet werden. Dagegen baue die Gesundheitskarte Bürokratie ab und vermeide Kosten, wie Erfahrungen aus Bremen und Hamburg zeigten. „Wir können und müssen den Zugang zu medizinischen Behandlungen für Flüchtlinge auf einem guten Niveau vereinheitlichen und vereinfachen. Das entspricht einem menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen und ist langfristig auch günstiger für die Gesellschaft“, sagte Laschet.


dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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