Grenzenlos: Organisierte Arzneimittelkriminalität

Interpol im asiatischen Raum erfolgreich

Myanmar - 17.02.2016, 09:00 Uhr

(© INTERPOL 2016)

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Im Rahmen der Operation Storm VI ist Interpol im asiatischen Raum wieder ein eindrucksvoller Schlag gegen das Geschäft mit illegalen und gefälschten Arzneimitteln gelungen. 

Die Operation Storm VI von Interpol fand in 13 Ländern statt: Afghanistan, Kambodscha, China, Indien, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Pakistan, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam. Sie lief über den gesamten Monat September und wurde von der Einheit für Global Health and Safety koordiniert. Zahlreiche nationale Strafverfolgungs- und Arzneimittelbehörden waren darin eingebunden.

(© INTERPOL 2016)

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nach einer Pressemitteilung von Interpol wurde gegen fast 500 Apotheken und Märkte sowie rund 100 illegale Online-Apotheken ermittelt. Mehr als zwei Tonnen Medikamente wurden beschlagnahmt und 87 Personen festgenommen. Die Fahnder fanden mehr als neun Millionen gefälschte und illegale Arzneimittel, darunter Antibiotika, Bluthochdruck-Medikamente, Präparate gegen erektile Dysfunktion und Diätpillen. Unter anderem beschlagnahmte die Nationalpolizei der Philippinen in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Zentralbüro von Interpol in Manila 300 Einheiten gefälschter Tollwutimpfstoffe.

Zusammenarbeit gegen raffinierte Kriminelle nötig

“Die Operation Storm VI hat die Raffinesse und die Bestimmtheit krimineller Gruppen auf dem Gebiet der Arzneimittelkriminalität offenbart“ sagte Aline Plancon, Leiterin der interpol-Einheit Global Health and Safety. „Es besteht deshalb ein großer Bedarf an verstärkter Zusammenarbeit und am Informationsaustausch über Straftaten im Zusammenhang mit gefälschten und illegalen Arzneimitteln, die im asiatischen Raum hergestellt, transportiert und verkauft werden.“

(© INTERPOL 2016)

Die Operation Storm VI wurde auch durch das Storm Enforcement Network unterstützt, das im Jahr 2011 gegründet wurde, um die Koordinierung und Zusammenarbeit zwischen Polizei, Zoll und Arzneimittelbehörden in der Region Asien zu stärken. Die Ergebnisse der Operation wurden während eines Treffens des Netzwerks im Dezember in Myanmar aufbereitet. Wie Soe Myaing, Brigadegeneral der Polizei von Myanmar bekräftigte, fühlen sich Interpol und die Mitgliedstaaten durch das Treffern ermutigt, in Zukunft auf regionaler und internationaler Ebene im Kampf gegen die Arzneimittelkriminalität noch enger zusammen zu rücken. 


Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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