Stepstone-Gehaltsreport 2016

Ärzte sind die Spitzenverdiener

Stuttgart - 02.02.2016, 10:26 Uhr

Laut Stepstone-Gehaltsreport verdienen Ärzte unter den Fach- und Führungskräften in Deutschland am meisten. (Foto: aytuncoylum / Fotolia)

Laut Stepstone-Gehaltsreport verdienen Ärzte unter den Fach- und Führungskräften in Deutschland am meisten. (Foto: aytuncoylum / Fotolia)


64.000 Euro im Jahr verdient ein Arzt in Deutschland  im Durchschnitt. Das ergab der aktuelle Gehaltsreport der Stellenbörse Stepstone. Damit sind sie unter den Fach- und Führungskräften eindeutig die Topverdiener. Pharmazeuten liegen mit 60.400 Euro wie letztes Jahr auf Platz sieben. Die Bandbreite ist je nach Tätigkeitsbereich allerdings groß.

Für den Report befragte die Stellenbörse 50.000 Fach-und Führungskräfte. Dabei zeigte sich, dass in größeren Betrieben im Schnitt 16 Prozent höhere Gehälter gezahlt werden als in Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern. So verdienen Ärzte in Firmen oder Kliniken mit mehr als 1000 Mitarbeitern im Schnitt 77.840 Euro pro Jahr, bei 501 bis 1000 Mitarbeitern 65.450 Euro und bei kleineren Arbeitgebern mit weniger als 500 Beschäftigten 58.320 Euro. In diese Durchschnittswerte fließen Chefarztgehälter ebenso ein wie die von Berufsanfängern.

Ärzte sind damit die Spitzenverdiener in Deutschland. Auf Platz zwei folgen die Juristen (63.000 Euro über alle Betriebsgrößen hinweg), dann die Ingenieure (61.000 Euro) und Informationstechniker (58.000 Euro). Naturwissenschaftler, darunter auch Pharmazeuten (in allen Tätigkeitsbereichen), liegen mit durchschnittlich 60.400 Euro auf Platz sieben. Schlusslichter sind der öffentliche Dienst (45.330) sowie die Bereiche Bildung und Soziales (37.630 Euro) oder Pflege (35.790 Euro).

Wohnort und Schulabschluss

Studium bedeutet nach wie vor in vielen Fällen ein höheres Gehalt. So finden sich promovierte Mitarbeiter mit einen durchschnittlichen Jahresgehalt von 66.000 Euro an der Spitze der Skala, eine Approbation bringt immerhin 56.740 Euro, ein Diplom oder Master 56.000 Euro im Jahr, mit Abitur aber ohne Studium sind es nur noch 44.000 Euro und bei sonstigen Schulabschlüssen 31.000 Euro. 

Neben dem Schulabschluss spielt aber auch der Wohnort eine Rolle. So beträgt das Durchschnittsgehalt einer Fach- und Führungskraft 52.000 Euro. Es gibt deutliche regionale Unterschiede: In Hessen (Top mit 57.000 Euro), Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen verdienen Arbeitnehmer mehr als in Norddeutschland. Schlusslicht sind die ostdeutschen Bundesländer (38.000 bis 40.000 Euro) und Berlin (42.000 Euro).

Was Apotheker wirklich verdienen

Aufgrund der großen Bandbreite der pharmazeutischen Tätigkeiten sagt der Durchschnittswert von 60.400 Euro Jahresgehalt für Pharmazieabsolventen relativ wenig aus. So arbeiten mit rund 80 Prozent der Großteil der berufstätigen Apotheker in der Offizin. Das Tarifgehalt eines angestellten Apothekers liegt laut aktuellem Gehaltstarifvertrag (mit Ausnahme von Nordrhein und Sachsen) zwischen 42.640 Euro (1. Berufsjahr) und 51.714 Euro (ab dem 11. Berufsjahr) im Jahr. Wobei auch hier in Abhängigkeit vom Wohnort und anderen Faktoren übertarifliche Gehälter möglich sind. Alle aktuellen Tarifverträge für angestellte Apotheker finden Sie hier.

Die Gehälter in der pharmazeutischen Industrie liegen zum Teil deutlich darüber. So stiegen 2015 Pharmazeuten ohne Promotion in der forschenden Pharmaindustrie mit ca. 48.000 bis 56.000 Euro im Jahr ein (in der nicht-forschenden Industrie etwas niedriger). Bewerber mit Promotion erwartete beim Einstieg in ein nicht-forschendes Unternehmen gegenwärtig ein Jahresgehalt von etwa 55.000 bis 60.000 Euro, die Gehälter in forschenden Unternehmen lagen bei 57.000 bis 65.000 Euro. Laut dem aktuellen Stepstone-Report war die Pharmaindustrie mit einem Plus von etwa 3 Prozent einer der Wirtschaftssektoren mit den höchsten Gehaltszuwächsen im Vergleich zum letzten Jahr. Das Durchschnittsgehalt für Pharmazeuten lag 2015 noch bei 58.805 Euro. Daher könnten die aktuellen Werte noch etwas darüber liegen.


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Interessante Parallelen

3 Kommentare

Lenning

von Mr Bryan am 07.10.2016 um 22:03 Uhr

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» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Ärzte sind Spitzenverdiener

von Van Gessel am 02.02.2016 um 21:52 Uhr

Welchen kleinen Ausschnitt bildet denn diese Statistik ab? Wären die Einkommen von Führungskräften in großen deutschen Unternehmen mit einbezogen worden, sähe das Ergebnis wohl anders aus! Wie lautete der Spruch zur Glaubwürdigkeit von Statistiken?

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Führungskräfte

von Holger am 03.02.2016 um 8:17 Uhr

Ich glaube nicht, dass dieser Einfluss übermässig gross ist. Wir haben 30 DAX-Unternehmen, also circa 150 Vorstandsmitglieder in denselben, die zumeist siebenstellige Jahresgehälter beziehen. Aber wie hoch ist deren Anteil an der Grundgesamtheit aller "Arbeitenden" in Deutschland? Sehr, sehr gering.

Wieviel Prozent aller Ärzte hingegen sind entweder Freiberufler ODER Chefarzt? Deutlich mehr als 50% aller Ärzte! Damit ist deren Anteil an der Grundgesamtheit aller Ärzte verdammt hoch, was die hohen Durchschnittswerte ausmacht.

Bei uns Apothekern ist der Anteil der Freiberufler sicher ähnlich hoch wie bei den Ärzten. Nur ein Pendant zu Chefärzten haben wir im Berufsstand nicht, weshalb unser Durchschnitt geringer ausfällt ...

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