Österreichischer Impfstoffentwickler

Themis Bioscience holt Experten an Bord

19.01.2016, 10:30 Uhr

Dro brachte bereits mehrere Firmen-Übernahmen auf den Weg. (Screenshot, Unternehmen)

Dro brachte bereits mehrere Firmen-Übernahmen auf den Weg. (Screenshot, Unternehmen)


Philippe Dro und Christian Mandl verstärken das Führungs-Team des Unternehmens, das auf Impfstoffe gegen aufkommende tropische Krankheiten spezialisiert ist. Dro gilt als erfahren in der Führung von Life-Science-Unternehmen. Mandl war zuletzt Leiter der Impfstoff-Entwicklung bei Novartis.

Mit zwei Experten auf ihren Gebieten verstärkt das österreichische Biotechnologie-Unternehmen Themis Bioscience nun sein Führungs-Team. Neu im Vorstand des auf prophylaktische Impfstoffe gegen aufkommende tropische Krankheiten spezialisierten Unternehmens mit Sitz in Wien ist Dr. Philipe Dro.

Der Life-Science-Unternehmer, der den Master of Business Administration (MBA) an der Cranfield School of Management sowie an der Emlyon Business School abschloss und an der Universität von Grenoble in Pharmazie promovierte, besitzt über 20 Jahre Erfahrung in der Führung von Life-Science-Unternehmen. So führte er zuletzt den Schweizer Impfstoffentwickler GlycoVaxyn AG als Vorsitzender der Geschäftsführung und Aufsichtsratsmitglied durch die Verkaufsverhandlungen mit dem britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline.

Von der Medizintechnik bis zur Pharmabranche

Dro brachte bereits mehrere Firmen-Übernahmen auf den Weg. Zuvor war er beim medizintechnischen Unternehmen Endoart S.A. als CEO und Chairman of the Board tätig und steuerte so hauptverantwortlich den Verkauf der Firma an Allergan. Während der Übernahme der Axovan AG durch Actelion war Dro CFO (Chief Financial Officer, Finanzvorstand) und Head of Business Development bei Axovan. Zuvor hatte er zahlreiche verantwortliche Positionen inne bei Novartis, SkyePharma und Antares Pharma.

Der Wissenschaftler Dr. Christian Mandl steht ab sofort dem Scientific Advisory Board, also der wissenschaftlichen Beratungskommission von Themis vor. Zuletzt leitete der promovierte Biochemiker und Mediziner die in Boston, USA, angesiedelte Impfstoffabteilung des Schweizer Pharmaunternehmens Novartis – ein Team von 300 Wissenschaftlern, das an über 15 viralen und bakteriellen Impfstoffprojekten und Plattform-Technologien arbeitete.

Führender Experte auf dem Gebiet der Flaviviren-Forschung

Mandl ist 1962 in Wien geboren und Vater von fünf Kindern. Er studierte zunächst in Wien Chemie, später in Boston Biochemie. An der Uni Wien promovierte er darin 1988. Ebenfalls in Wien studierte er zusätzlich Medizin und promovierte darin 1993. Bei seiner Forschung spezialisierte er sich auf das Thema Virologie, in dem er auch seinen Facharzt machte. Er gilt als einer der international führenden Experten auf dem Gebiet der Flaviviren, zu denen etwa der Erreger des Gelb- und des Dengue-Fiebers sowie der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) gehören.

Der mehrfach ausgezeichnete Forscher war vor seiner Karriere in der Wirtschaft stellvertretender Leiter des Departments für Virologie der Medizinischen Universität Wien.

Bald Phase II-Tests mit Chikungunya-Impfstoff

Themis entwickelt derzeit Impfstoffkandidaten gegen das Dengue- und das Chikungunya-Fieber. Die Impfstoffe des Unternehmens basieren dabei auf einer vom Institut Pasteur in Paris lizenzierten Technologieplattform, einem Masern-Vektor (Themaxyn®). Das derzeitige Haupt-Projekt, ein Chikungunya-Impfkandidat, hat die Phase I-Tests abgeschlossen und soll in diesem Jahr in einer klinischen Studie der Phase II getestet werden.


Volker Budinger, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen zur Dengue-Impfung aktualisiert

Erst testen, dann impfen

Ist die Gefahr des Knochenbrecherfiebers nun gebannt?

Mexiko lässt Dengue-Impfstoff zu

Interimsdaten zur Wirksamkeit der ersten potenziellen Vakzine veröffentlicht

Dengue-Impfstoff auf der Zielgeraden?

Unaussprechlich und nicht ungefährlich

Und noch ein Virus: Chikungunya

Impfstoff-Skandal in China

Chinesische Pharma-Managerin festgenommen

2 Kommentare

Ruhig Blut

von Stefan Haydn am 21.01.2016 um 10:38 Uhr

Nur die Ruhe lieber Kollege.
Die DAZ ist nicht nur für Kollegen aus der öffentlichen Apotheke da. Auch wenn das gerne übersehen wird.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Interesse?

von Klaus Baumeister am 20.01.2016 um 10:50 Uhr

Da fällt mir echt nur der berühmte Sack Reis ein, der in China umfällt - das interessiert doch niemanden, der sich um alles rund um die öffentliche Apotheke in Deutschland informieren möchte ! DAZ komm bitte zurück zu relevanten Themen !!

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.