TNS Infratest-Umfrage zu Big Data

Meine Gesundheitsdaten gebe ich gern...

Stuttgart - 19.01.2016, 15:20 Uhr

Die Befragten wollten Gesundheitsdaten vergleichsweise gerne teilen, wenn dies eine bessere Behandlung ermöglicht. (Quelle: vege / Fotolia)

Die Befragten wollten Gesundheitsdaten vergleichsweise gerne teilen, wenn dies eine bessere Behandlung ermöglicht. (Quelle: vege / Fotolia)


Während eine aktuelle Umfrage des Vodafone-Instituts weit verbreitete Skepsis zu Big Data aufzeigt, haben Gesundheitseinrichtungen noch etwas Glück: Mehr als die Hälfte der Befragten hat keine Bedenken, anonymisierte Daten zur besseren Behandlung von Krankheiten zur Verfügung zu stellen.

Eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest bestätigt, dass „Big Data“ in Europa und Deutschland auf einige Vorbehalte trifft. Die Hälfte der über 8.000 im Auftrag vom Vodafone-Institut befragten Bürger sehen in der massenhaften Erhebung und Auswertung von Daten mehr Nachteile, nur jeder Dritte sieht mehr Vorteile. Besondere Skepsis herrscht in Deutschland, wo für fast zwei Drittel der Befragten die Nachteile überwiegen. Gerade einmal zehn Prozent aller Befragten gaben an, kein Problem mit der kommerziellen Weitergabe an Dritte zu haben.

Doch der Gesundheitssektor kann etwas aufatmen: Wenn es um die Erkennung und Behandlung von Krankheiten geht, sind die Bürger freizügiger. Zwei von drei Befragten gaben an, dass sie sich mit dem Szenario wohlfühlen, wenn große Mengen anonymisierter Gesundheitsdaten gesammelt und analysiert werden, um Gesundheitseinrichtungen bessere Therapieansätze zu ermöglichen.

Einige Befragte waren jedoch zurückhaltender, wenn die Erhebungen der Daten nicht automatisch erfolgte, sondern wenn sie Zugriff gewähren müssten – hier stellt sich die Frage, ob die beschriebenen Szenarien wirklich verständlich waren. 

Ergebnisse der Umfrage zu Gesundheitsdaten und Big Data. (Quelle: Vodafone-Institut)

Der Zweck der Datensammelei ist entscheidend

Knapp die Hälfte hätte auch keine größeren Bedenken, dass personenbezogene Daten gespeichert und ausgewertet werden, wenn hierdurch möglicherweise Krankheiten geheilt werden könnten. Wichtig war jedoch die Art der Einrichtung, die Daten sammelt: Ging es um Versicherungen, wollte nur jeder vierte Befragte Gesundheits- und Fitnessdaten zur Verfügung stellen, selbst wenn hierdurch der Versicherungsbeitrag etwas reduziert werden kann.

Auch bei den Gesundheitsdaten gab es in Deutschland deutlich mehr Skepsis als im Rest Europas: Einer anonymisierten Auswertung zu Forschungszwecken würden hierzulande nur 42 Prozent gerne zustimmen, während dies im europäischen Durchschnitt 61 Prozent befürworteten. 


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2 Kommentare

Datensammlung

von Heiko Barz am 19.01.2016 um 16:58 Uhr

Warum müssen diese Gesundheitsdaten personenbezogen archiviert werden, wenn dadurch Krankheitsbilder analysiert werden, um positive Relevanz für den Gesundheitssektor zu schaffen?
Ich glaube eher, dass diese Daten nur deswegen gesammelt werden, um Ähnliches zu erreichen, wie damals bei der Selbstzahlungsverpflichtung für Erkältungspräparate.

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Sorry, aber ......

von Gunnar Müller, Detmold am 19.01.2016 um 16:21 Uhr

..... die sheets sprechen eine andere Sprache als einige Passagen des Artikels:
Ich kann den Graphiken - insbesondere, wenn man die "Neutralen" noch zu den Befürwortern rechnet - eine überwiegende NICHT-Ablehnung entnehmen (was dem Auftraggeber VODAPHONE sicher nicht ungelegen kommen dürfte, oder?).
Was ist denn nun bitte das Ergebnis??? Außer dem alt-bekannten Spruch, dass man keiner Umfrage glauben sollte, die man nicht selber manipuliert hat .......

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