Eröffnung des Pharmacon Schladming

Kiefer: Absage an "OTC-Ampel"

Schladming - 18.01.2016, 19:00 Uhr

BAK-Präsident Kiefer bei der Eröffnung des Pharmacon 2016 (Foto:jb/daz)

BAK-Präsident Kiefer bei der Eröffnung des Pharmacon 2016 (Foto:jb/daz)


Grundsätzlich sollten Apotheker evidenzbasiert beraten, sagte der Präsident der Bundesapothekerkammer, Dr. Andreas Kiefer, bei der Eröffnung des Pharmacon-Kongresses im österreichischen Schladming. Eine „OTC-Ampel“, die dem Apotheker den Evidenzgrad und die Nutzenbewertung eines Arzneimittels plakativ anzeigt, lehnt Kiefer aber ab.

Die Aufgabe der Apotheker ist es, auf den Patienten einzugehen, sie zu beraten, ihnen nicht zu schaden und vor allem, sie mit wirksamen Arzneimitteln zu versorgen, sagte der Präsident der Bundesapothekerkammer Dr. Andreas Kiefer. Diese Wirksamkeit werde durch die Zulassung gewährleistet. Die Apotheker seien gut beraten, von einer Nutzenbewertung der Selbstmedikationsarzneimittel nach deren Zulassung abzusehen. Deswegen sei es auch richtig, dass die Leitlinien der Bundesärztekammer zur Selbstmedikation nur die Beratung des Patienten behandelten und anders als die im ärztlichen Bereich nicht auch Wirkstoffe bewerten.

Diesen Nutzen bzw. den Evidenzgrad der Bewertung eines Arzneimittels gar plakativ in Form einer „OTC-Ampel“ darzustellen, ist in Kiefers Augen unmöglich. Schon das Beispiel der unterschiedlichen Bewertung von Nutzen bzw. Risiko der nicht-steroidalen Analgetika (NSAR) zeige, wie umstritten eine solche Bewertung sein könne – und jede Seite könne für ihre Argumente Untersuchungen mit guter Evidenz anführen. „Welche Farbe sollte Ampel denn bei den NSAR haben?“, fragte Kiefer. 

Generell sei er im Laufe seiner beruflichen Tätigkeit Listen gegenüber immer kritischer geworden. Eindrückliches Beispiel sei die Substitutionsausschlussliste. So richtig der Wunsch sei, bei kritischen Arzneimittel den Austausch zu verhindern – „diese gutgemeinte Liste hat die Versorgung nicht verbessert, sie hat sie verschlechtert“, so Kiefer. 

Medikationsmanagement auf zwei Säulen

Kiefer ging in seiner Eröffnungsrede auch auf das E-Health-Gesetz und den Umstand ein, dass die Apotheker den ab Oktober geplanten Medikationsplan nur ergänzen, nicht aber selbst erstellen sollen. Es sei bereits bei der Ausarbeitung des Perspektivpapiers klar gewesen, dass die Apotheker die Gesellschaft und die Politik von diesen Zielen überzeugen müssen. Aber immerhin sei das Ziel der Arzneimitteltherapiesicherheit nun erstmals in ein Gesetz aufgenommen worden.

Der nun kommende Medikationsplan auf Papier werde eher ein „Medikationsplan zum Üben“, so Kiefer. Auf den Arbeitsalltag in der Apotheke werde das erst einmal keinen sonderlich großen Einfluss haben. Kiefer zeigte sich aber überzeugt, dass die Rolle der Apotheker beim Medikationsplan noch größer werden wird.

Wollten die Hausärzte das tatsächlich „komplettanamnestisch“ alles selbst tun, käme sehr viel Arbeit auf sie zu. Und es sei eben doch ein großer Unterschied, ob die Politik von den Ärzten verlange, dass zukünftig die Rabattverträge in ihrer Software abgebildet sein müssen – oder ob die korrekte Umsetzung dieser Angaben auch Konsequenzen für den verordnenden Arzt habe.

Prinzipiell halte er aber die Arbeitsteilung zwischen Arzt und Apotheker für richtig. „Ich bleibe beim obersten Grundsatz der Qualitätssicherung“, so Kiefer: „Jeder soll das tun, was er am besten kann“. Das sei beim Arzt Diagnose und Therapie, beim Apotheker die Arzneimittelversorgung. So sei es nur sinnvoll, wenn auch das Medikationsmanagement auf zwei Säulen stehe – dem Arzt und dem Apotheker.

Kiefer eröffnete am Sonntagnachmittag den Pharmacon-Kongress der Bundesapothekerkammer. Er findet zum zweiten Mal in Schladming in der Steiermark statt, nachdem er zuvor 44 Jahre im Schweizerischen Davos stattfand. Bis Freitag werden sich rund 700 Apotheker in Vorträgen und Seminaren über Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes fortbilden.


Dr. Benjamin Wessinger (wes), Apotheker / Herausgeber / Geschäftsführer
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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24 Kommentare

Kiefer , OTC

von Heiko Barz am 20.01.2016 um 12:04 Uhr

Mal was ganz anderes!
Beim Lesen dieser vielen komplexen auch inhaltsschweren Kommentare fällt auf, dass es bei den meisten Ausgangsberichten eigentlich selten zu mehr als ein bis zwei Kommentaren kommt.
Bei diesen berufspezifischen Diskussionen aber gibt es erstaunlich viele Kommentare. Es zeigt sich hier, und das ist das wahrscheinlich besonders positive, dass die Basis noch nicht so "tot" ist, wie oft kolportiert wird.

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Wir sollten erstmal aufhören, uns so lächerlich zu machen

von Reinhard Rodiger am 20.01.2016 um 11:17 Uhr

Lachen kann man nur über jemand, der etwas tut. Wer jedoch das eigene Tun nicht achtet und nichts dagegen tut, macht sich nicht lächerlich, er ist überflüssig.
Wenn wir aufgeben, besser zu sein als Automaten, sind wir überflüssig. Das geht umso schneller, je mehr die Verantwortung abgegeben wird, wenn wir auf eigene Meinungsbildung und Urteilskompetenz verzichten. In Davos beim Wirtschaftsgipfel wurde gerade auf den Verlust von 5 Mio Jobs durch Digitalisierung hingewiesen. Betroffen sind Routinetätigkeiten. Wollen wir dem entgehen, müssen wir mehr anbieten, als durch Automatisierung dh Urteilskompetenz ersetzende Algorithmen erreicht wird. Politisch wirksam wird das erst, wenn es auch führungsseitig vertreten wird. Gerade das geschieht nicht, sondern wir erleben eine Überflüssigkeitserklärung . Wer macht sich damit lächerlich? Nicht wir.

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Einmal so, einmal so

von Wolfgang Müller am 19.01.2016 um 15:10 Uhr

Wo die Diskussion konsequenterweise jetzt auch beim Wert von Klinischen Prüfungen überhaupt als Grundlage von „Evidenz" angekommen ist ("Wie wurden die Daten generiert?", d. h. "Wer hat die denn bezahlt?“): Ein wirklich irrer Spaß, diesem Thema „Missratene Apotheken-Perspektiv-Strategie weg vom Schwerpunkt „Selbstmedikation“ immer wieder neue Absurditäten abzugewinnen. Also noch eins drauf.

Kiefer und Co. wollen oder können also im RICHTIGEN Apotheker-Stammgeschäft „Selbstmedikation“ keine objektive, vernünftige und per ABDA-Datenbank sexy nutzbare Wissensbasis „Klinische Datenlage bzw. sonstige Basis für Wirk-Annahme“ zur Verfügung stellen, mit der sich dann jeder von uns Super-Akademikern dann seine eigene Meinung SCHNELLER und BESSER zu UNSEREN Produkten bilden kann. Nochmal: „Wer weiß, wie diese Daten dann zu Stande gekommen sind.“

Andererseits ist das ABDA-Projekt „mit höchster Priorität“ zu 100 % auf die Nutzung einer genau entsprechenden Datenbasis zugeschnitten. Der ganze Ärzte-Arzneitherapie-Beaufsichtigungs-Kram und zum großen Teil auch die wohlfeile Vermutung, ob und wie viele schreckliche „MedikationsFEHLER“ es bei den Ärzten gibt (und auch unsere ganze Klin. Pharmazie-Lehre), basieren zu 95 % auf von KliFo-Ärzten erzeugten Datenerhebungen inkl. Leitlinien. Basierend meist auf Klinischen Studien, die allerhäufigst und notwendigerweise auch von den vermarktenden Rx-Pharma-Konzernen bezahlt, durchgeführt bzw. interessewahrend beeinflusst werden.

That´s business, fair enough. Und bei Rx weißgott nicht harmloser als bei OTC. Ich wette, wir werden in den nächsten Jahren noch einige vorsichtigere Leitlinien mindestens zum PPI-Gebrauch, wahrscheinlich auch zu Statinen sehen. Und, mal zum Grenzbereich zwischen Verschreibung und Selbstmedikation: Ginkgo steht eigentlich IMMER zur Disposition.

Beim „Medikationsmanagement höchster Ordnung“ wollen wir uns also quasi schmarotzend am liebsten gierig auf die von den Ärzten für sich selbst erzeugten (mitunter durchaus auch fragwürdigen) „Leitlinien“ draufsetzen, um selbige in ihrer Therapie zu überwachen und zu steuern.

Für unseren eigenen, mit Abstand wichtigsten und selbständig verantwortungsvollsten Berufsbereich „Selbsmedikation“; wo wir im Gegensatz zur Verschreibungstherapie ohne jeden Zweifel DIE Arzneimitteltherapie-Experten sind: Hat schon der Versuch der Erstellung einer zugriffs-komfortablen Wissensbasis eh keinen Sinn.

Wir sollten erstmal aufhören, uns so lächerlich zu machen. Dann kriegen wir vielleicht auch mal ein höheres Hoinorar.

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Ampel

von Marcus Bader am 18.01.2016 um 21:09 Uhr

Als junger Apotheker, der im Studium zumindest ansatzweise gelernt hat Studiendaten auszuwerten, muss der Aussage Herrn Kiefers "Zulassung=Nutzen" widersprechen. Damit macht man sich zwar nen schlanken Fuß und Inhaber und Industrie sind zufrieden, aber mit einer kritischen Arzneimittelbewertung hat das nichts zu tun. Wenn ich spontan eine Ampel nach meinem Verständnis formulieren sollte sähe die in etwas so aus:
NAC rot für Husten, (jedoch grün für pcm-vergiftung), Ambroxol (gelb), ibu (grün), diclo (grün), pcm (grün), ass 500 (gelb bis rot, eigentlich obsolet), ass 100 (grün), Xylometazolin oder ähnl. (grün), sämtl. homöopathie, anthroposophische und einige "traditionelle AM (rot), Antihistaminika (grün), sinupret (gelb), thymian haltige säfte (gelb), efeusäfte (gelb), ppi (grün), Antazida (grün), topische Pilzmittel (grün), Halsschmerztbl (gelb, rot falls "lokalantiobiotikum" enthalten) kombi-erkältungsmittel (bin ich mir selber noch nicht sicher, wohlmöglich wenn gezielt angewendet grün),..
es kann doch nicht so schwer sein, da im kollegium zu einem halbwegs wissenschafltichen konsens zu kommen.
Also was wollen wir Apotheker? Ein paar Jahre die Koppel abgrasen bis der Beruf sich selbst abgeschafft hat oder endlich um das Vertrauen der Patienten kämpfen und im OTC Segment aufräumen? Es fehlen einfach Daten! Die einzige Daten, die für viele Inhaber interessant zu sein scheinen sind margen und abverkäufe. aber gutes marketing ist eben nicht gleich wirksamkeit bzw nutzen!. Vielleicht geraten ja dann auch einige Hersteller endlich unter Druck placebokontrollierte Doppeblindstudien durchzuführen... Wer braucht uns noch, wenn wir nicht selbstkritisch sind? Mir gehen die Retaxen auch auf den Sack, aber wir können nur Gerechtigkeit fordern, wenn wir unsere Patienten nicht bescheißen. sorry für die Wortwahl

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AW: Wer braucht uns noch?

von Reinhard Rodiger am 18.01.2016 um 22:05 Uhr

Uns braucht keiner, wenn wir nicht in der Lage sind, klar zu machen, dass wir die Deutungshoheit zu Arzneimitteln beanspruchen und adäquat daten-und erfahrungsmässig unterfüttern. Die Behandlung "kleiner" Krankheiten ist das Lebenselixier des Berufs.Wenn dies nicht als Kern des Berufs akzeptiert und entsprechend priorisiert wird, hilft die Konzentration auf klinische Belange nicht. Durch Kleinreden des Kernbereichs ,also durch lächerlich und dadurch marginal machen, verlieren wir für die Politik den Existenzanspruch. Automatisierte Systeme werden direkte Kontakte überflüssig machen. Wir müssen die Welt von beiden Seiten abdecken. Und da geht es um mehr als Produktbewertung. Evidenzbasierung bezieht die Erfahrung ein.Damit wird darauf eingegangen, wie die vielfältigen Alltagsprobleme gelöst werden können, die wissenschaftlich eben nicht vollkommen beweisbar sind. Wir müssen und mit der Tatsache auseinandersetzen, dass es sehr viele Situationen gibt, in denen das einfache "dafür gibt es nichts bewiesenes" nicht reicht. Ausblenden dieses Alltags
führt dazu, nicht gebraucht zu werden.

AW: Daten-basierte Ampel

von norbert brand am 19.01.2016 um 8:05 Uhr

Lieber "junger Apotheker", Ihre Aufzählung und Ihr "Daten"Hunger machen mir Angst. Schon mal darüber nachgedacht, wie Ihre Daten nicht selten "generiert" werden? Schon mal über die Halbwertszeit manch evidenzbasierter Sprunginnovationen bis zum kleinlauten Rückruf in jüngerer Vergangenheit nachgedacht? Glauben Sie, mit "Daten" läßt sich alles lösen? Erfahrung, Patientenberichte, Überzeugungsarbeit am Kunden zählen nichts? Ihre Erwartungshaltung spielt den global Players in die Karten, denn nur noch die werden bald Ihre Geilheit nach "Daten" befriedigen können. Ich plädiere für eine "Daten"basierte Ampel auf der OTC-Packung, denn dann genügt es, eine Fischverkäuferin aus der Nordsee nach einem kurzen Crashkurs in die Offizin zu stellen. Die teure PTA brauch ich dann nicht mehr. Es ist schon schlimm, was in der "Daten"hörigen Medizin passiert, Apotheker, fangt das bitte im Bereich OTC nicht auch noch an!

.... der Apotheker für die Arzneimittelversorgung

von Philipp Jüttner am 18.01.2016 um 18:56 Uhr

Kiefer vertritt noch ein sehr konservatives Apothekerbild, was auf Grund seines Werdegangs auch verständlich und sein gutes Recht ist. Er sollte aber bitte nicht alle Apotheker in einen Topf werfen. Die Industrieapotheker haben andere Interessen als die KH-Apotheker und die wiederum als die Offizin Apotheker. Natürlich sind in einigen deutschen KH Apotheker in die Therapieentscheidungen mit eingebunden, etwa auf welche AM bei Interaktionen oder UAW umgestellt werden kann. Hier ist die Logistik und Versorgung ein großes Stück weit automatisiert und in den Händen der PTA's außerdem wird hier stärker in Form von Diplomarbeiten und Promotionen geforscht. Diesem veränderten Bild sollte sowohl die Gesetzgebung als auch Kiefer in seinen Aussagen stärker Rechnung tragen und das ganze ein wenig differenzierter betrachten.

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AW: Realitätsferne allenthalben

von Wolfgang Müller am 19.01.2016 um 20:03 Uhr

Ganz ehrlich, verehrter PJler, auch in der Industrie oder an der Uni kann man weiter froh und stolz sein, Apotheker und nicht nur Chemiker oder Biologe zu sein. War ich jedenfalls, und die selbständigen Kollegen habe ich immer eher für ihren Mut und ihre eigenverantwortliche Vielseitigkeit bewundert. Aber "Die ABDA" oder "Die Kammer" interessiert doch keinen gestandenen Industrie-Apotheker! Diese beiden Organisationen sind nun mal originär für OFFIZIN-Apotheker wichtig, und genau die sind ja nun mal das, was landläufig unter "Apotheker" verstanden wird. Alles Andere ist doch nur trutschiges Getue, kein ECHTER Industrie- oder Uni-Apotheker BRAUCHT Kammer oder ABDA, die Öffentlichen dafür umso mehr. Und DA wird mal ganz locker die Interessenvertretung peu a peu eingestellt, und Seltsame finden sogar noch, die Öffentliche wird "zuviel" von Kiefer berücksichtigt ........ Komplett realitätsfern und unprofessionell, das Alles.

AW: Ewiger P-Jler

von Bernd Jas am 20.01.2016 um 10:59 Uhr

Hallo Herr cand.Pharm-Jüttner,
den werden Sie wohl nie mehr los werden.
@ Herr Müller,
das was Sie da sagen stimmt nicht ganz: Denn auch ein "ECHTER Industrie- oder Uni-Apotheker BRAUCHT Kammer".
Schon mal an unsere Spardose das Versorgungswerk gedacht, was vielleicht eine Möglichkeit wäre die Jungs und Mädels mal mehr in die politische Pflicht zu nehmen. Nichts gg, den lieben Prof. Dingermann, aber alle die, die sich bequem in den Industriebettchen rekeln mischen rein gar nicht mit und es scheint denen auch relativ egal zu sein wer sich gerade in Berlin an welchem Körperteil kratzt, denn eines juckt die bestimmt nicht und das sind wir in den Offizinen, wenn wir mal wieder ohne Evidenz öffentlich vor einen dieser medieneffizienten Vollpfosten gelaufen werden.

Lieber Kollege Müller,

von gabriela aures am 18.01.2016 um 18:30 Uhr

an die Ärzte oder deren Kontrolle habe ich überhaupt nicht abgezielt. Das bringen Sie gerade in die Debatte .....

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AW: Traurige Gemeinsamkeit Spitze/große Teile der "Opposition"

von Wolfgang Müller am 18.01.2016 um 18:50 Uhr

Kann man so sehen. Die Priorität "Ärzte-Medikationsfehler-Kontrolle" ist die größte, geradezu eklatante Gemeinsamkeit zwischen "Standesführung" und "Opposition" bzw. "Protest"-Fraktion. Erst wenn mal ein-eindeutig klar ist, dass wir uns an der Ärzte-Front GEMEINSAM mit Kollegen Kiefer etc. zwar untereinander schulterklopfend, aber doch: Nur ohne nutzbares Ergebnis VERSCHLEISSEN, und das elende Non-Selbstmedikations-Perspektivpapier auf dem Müllhaufen der Geschichte landet ........ Ja dann, und nur dann besteht Hoffnung, dass "Die Apothekerschaft" mit all ihrem internen Gepränge wieder Ziele ansteuert, die DEN TYPISCHEN ÖFFENTLICHEN APOTHEKEN und ihrem Überleben dienen.

anzupacken...

von Christian Giese am 18.01.2016 um 16:42 Uhr

Ich bin ja schon lange Rentner, aber diese 17+17 Darsteller kommen mir mit wenigen Ausnahmen wie Vorruhestandsversorgungsexperten vor.
Das reicht nicht, um die Zukunft anzupacken!

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AW: Blumen, Blumen....

von gabriela aures am 18.01.2016 um 23:45 Uhr

..und nochmals Blumen für Sie, Herr Giese !

Priorität 1: Selbstmedikation - Bitte auch für "Die ABDA"!

von Wolfgang Müller am 18.01.2016 um 16:27 Uhr

Wer das Selbstmedikations-Evidenz-Projekt zur Erweiterung der ABDA-Datenbank "OTC-Ampel" nennt, will es einfach nur lächerlich machen.

Um sich nicht drum kümmern zu müssen, wg. "Allerhöchster Priorität Non-OTC-Perspektivpapier" für ALLE ABDA-Spezialisten. Da bleibt für armseliges OTC keine Arbeitszeit übrig, und außerdem wollen "Die Jungen" bekanntlich und bestimmt auch in den ABDA-Büros sowieso lieber die Pseudo-Ärztlichkeit in entsprechenden "MM-Leitlinien" weiterentwickeln. Auch wenn die sonst keiner will, macht einfach mehr Spaß.

Wir müssen langsam mal den Unterschied zwischen hart ausgetragener, auch unliebsamer Meinung ggf. inkl. angemessener persönlicher Attacke (siehe z. B. dieser Post) und "Für dumm verkaufen" der gesamten Kollegenschaft lernen. "Die OTC-Ampel" vor dem Schladming-Kollegium, wahrscheinlich bezogen auf die unsägliche "Restaurant-Ampel", ist ganz sicher Letzteres. Für wie doof muss man sein Publikum halten?

So geht es nicht, einfach mal WIRKLICH und offensichtlich als Spitzenfunktionär "Wenig von den KollegInnen halten". Da sollte es langsam auch nicht mehr helfen, dass dieselben Würdenträger zum besänftigenden Ausgleich populär/masssentauglich (und wohl sogar nur scheinbar) NOCH WENIGER als von uns "einfachen" Apothekern von "Den Politikern" sowie "Den Ärzten" und ihrer "Unzulänglichen Arzneitherapie" halten.

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Verzicht auf alles Wesentliche....

von Reinhard Rodiger am 18.01.2016 um 16:26 Uhr

---ist das Markenzeichen "unseres" BAK-Präsidenten. Klarer kann nicht ausgedrückt werden, dass das Bemühen um eine selbstständige Meinung und damit auch politische Anerkennung als Ziel aufgegeben wird. Das wirft die Frage auf, welche Dienstleistung Apotheker noch erbringen dürfen. Wer nichts anbietet,darf sich nicht wundern, wenn er übergangen wird. Das erleben wir nun seit Jahren. Dabei mangelt es nicht an konkreten Vorschlägen. Die intrinsische Passivität mit optimiertem Totstellreflex ist die Ursache des Niedergangs. Spätestens diese entwürdigenden Bemerkungen von oberster Stelle sollten alle aufschrecken und zu handfestem Protest veranlassen. Das betrifft in erster Linie die ganze Führungsebene.
Wenn diese dann den Demontagespezialisten Glaeske hofiert und auf Eigenprofilierung verzichtet, ist das Ergebnis klar: Wer braucht meinungslose Apotheker? Ohne selbstständig erarbeitete und auch öffentlich vertretene Meinung sind Apotheker schneller durch Automaten ersetzt als sie denken.
Das kann nicht das Ziel sein.

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AW: Bizarre Apotheker-Zukunft

von Wolfgang Müller am 18.01.2016 um 17:41 Uhr

Fragt sich ".... welche Dienstleistung Apotheker noch erbringen dürfen".

Tja: Nachwuchs wird sowieso nicht mehr ausgebildet, die Marge geht zurück => Es bleiben sowieso nur noch wenige Apotheken übrig => OTC "geht sowieso in den Supermarkt" => die paar verbleibenden öffentlichen Apotheke "professionalisieren sich" (gemäß FIP) und werden entspr. "Perspektivpapier" zu AMTS-Ärzte-Kontroll-und-Steuerungs-Büros.

Was für ein trockener Traum. Was für eine Schwachsinns-Perspektive.

OTC evidenzen

von Dr.Diefenbach am 18.01.2016 um 14:14 Uhr

Frau Kemmritz hat doch wie so oft auch hier recht!.Das Buch von Frau Neubeck kann man als Richtschnur einsetzen("evidenzbasierte Selbstmedikation"),dann geht die Arbeit aber erst los!Ich erinnere an die Berechnungen von Prof.Dingermann zur realen Berechnung der Dosen bei PhytopharmakaFAM.Bei gleicher Menge Extrakt himmelweite Unterschiede in der Erreichung der therapeutisch akzeptablen Dosis(s.zB Ginkgo).Der Antrag vom Apotag 2014 steht noch immer zur Realisierung in toto aus.Da müssen die BAK und die Länderkammern ran

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Evidenzbasierte Beratung ohne Daten?

von Kerstin Kemmritz am 18.01.2016 um 11:39 Uhr

Die Apotheker soll(t)en (grundsätzlich) evidenzbasiert beraten. Das scheint im Berufsstand also Konsens zu sein. Aber danach hört es mit dem Konsens aber auch auf, denn was versteht "man" eigentlich unter Evidenz? Und wie soll die Beratung stattfinden, wenn es im Berufsstand keine Daten dazu gibt? Im Gegensatz zum BAK-Präsidenten fühle ich mich derzeit nämlich nicht in der Lage, mit vertretbarem Aufwand evidenzbasiert zu beraten.

Ohne gemeinsame Datengrundlage würde doch derzeit jedes Apothekenteam machen, was es kann oder will. Ein Team sucht in ärztlichen Leitlinien, das andere zahlt die Mitgliedsbeiträge für die Cochrane Collaboration und übersetzt Cochrane Reviews, wieder ein anderes interpretiert Evidenz nur als Expertenmeinung und irgendwann fragen wir alle Verwandte und Bekannte in der Schweiz, wo künftig nämlich alle Bürger(!) Zugang zu Evidenzdaten bekommen sollen! (Das wird dann auch lustig. Ohne jede Interpretation eines Fachmannes! ...) DAS kann es doch nicht sein!

Es wäre also mehr als spannend, die Vorstellungen der BAK zur evidenzbasierten Beratung zu hören. Noch besser wäre es, wenn es anlässlich des DAT-Antrages ein Expertengespräch dazu gegeben hätte, um die Begrifflichkeiten und Möglichkeiten zu klären. Aber was nicht war, kann ja noch werden, denn eine OTC-Ampel, die "gute und schlechte Präparate" anzeigt, war genausowenig Intention des DAT-Antrages zur Evidenzdatenbank wie das Erstellen einer OTC-Liste. Listenpharmazie mag ich nämlich auch nicht. Aber genauso wenig mag ich potemkinsche Dörfer, die wir in Perspektivpapieren aufbauen, ohne Baumaterial dafür zu haben.

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AW: Ihr Kommentar

von Gregor Huesmann am 18.01.2016 um 12:41 Uhr

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Die BAK scheint sich mal wieder zu drücken, eine Arzneimittelbewertung vorzunehmen. Man hat Angst vor der Pharmaindustrie, dem Aufwand für evidenzbasierte Infos und der Realität in unseren Apotheken. Schaut man sich so an, was täglich in den Apotheken over the counter geht, dann ist da nicht viel Evidenzbasiertes bei.
Herzliche Grüße
Gregor Huesmann

Mini Ketten

von Klaus Schwab am 18.01.2016 um 11:20 Uhr

Bei LINDA erscheint häufig noch nicht mal mehr der Name des Inhabers.
Ich habe den Eindruck, dass bestimmte Familien Apotheken en gros einkaufen. Und wenn die Angehörigen Apotheker nicht ausreichen, wird ein Strohmann eingesetzt.
Ich habe weiter den Eindruck, dass bei Filialen es nicht so genau genommen wird mit der Anwesenheit eines Apothekers.
Ich habe auch den Eindruck, dass den Behörden und Kammern der Zustand vollkommen egal ist, weil es gewollt ist, dass Apotheken verschwinden. Koste es was es wolle.
Der "Einzelkämpfer" soll verschwinden und wird gnadenlos weggeboxt.
Wie gesagt, das sind meine Eindrücke.

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Augen zu und Ohren auf Durchzug ?

von gabriela aures am 18.01.2016 um 11:01 Uhr

Eine "Beschwichtigungs- und Beschönigungsrede unter Vermeidung von Kompetenz" - so habe ich die Eröffnung erlebt.

Beeindruckend, wie man sich das Nichterreichen von Verbesserungen schönreden kann - nach Lesart der Standesvertretung ist heute schon die Erhaltung des Status Quo ein Erfolg, darum gibt es ganz offensichtlich keinen Grund, etwas zu ändern.

15 Monate nach überwältigender Annahme des PP 2030 ist nichts passiert - nach wie vor eine blumige, aber unverbindliche Absichtserklärung.

Wenn jetzt die BAK oder Dr. Kiefer persönlich glaubt, daß wir in der nächsten Stufe des e-Health Gesetz berücksichtigt werden könnten ( Leistung gegen Geld wohlgemerkt !), dann zeugt das entweder von der Gnade des schnellen Vergessens, der Gabe der Verdrängung oder geradezu gefährlicher Naivität.

Die Anregung zur Evidenz-Datenbank wurde sowas von abgebügelt - tja - das war eine klare Absage und es ist klar, daß sich die Standesvertretung damit nicht beschäftigen MÖCHTE. Damit ist das Thema beendet.
So richtig verstehen wollte man den Antrag der unabhängigen KollegInnen bei letzten DAT ganz offensichtlich nicht.
Bei der Evidenz-Datenbank geht es eben NICHT um eine Liste, nach der die ApothekerInnen sklavisch OTC abgeben.
Sie kann aber ein wichtiges Argument gegen die fast wöchentlichen Diffamierungen der Medien - gerne unter Federführung von Prof. Glaeske- sein.

Völlig ignoriert wird das anstehende Gutachten von Sigmar Gabriel - wartet "man" wieder mal auf das Ergebnis und ist dann völlig überrascht ?

Diese Standesvertretung verharrt im bequemen Dornröschenschlaf, völlig unbekümmert und ohne offensichtlichen Ehrgeiz.
Weil sie nämlich keinen Druck hat - im Gegensatz zu denen, die die Beiträge erbringen müssen !

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AW: Problem der Apotheker: NICHT ÄRzte und Politik!

von Wolfgang Müller am 18.01.2016 um 18:22 Uhr

Und ich sag´s jetzt doch aus gegebenem Anlass noch einmal an diese Adresse: Lasst lieber die armen, unbedingt zu beaufsichtigenden Ärzte in Ruhe, die haben von GKVen und ihren Standesfürsten auch die Schnauze voll und brauchen eher UNTERSTÜTZUNG gegen den ganzen Schwachsinn! Auch "Der Gröhe" ist nicht halb so schlimm wie "Unsere Eigenen"! Wenn "Wir" uns weiter an der "Medikationsfehler-Entdeckungsfront" beflissen auch im Sinne gerade von "Notfalls-auch-ohne-Ärzte-Kiefer" begeistert/Ikonenhaft abarbeiten, werden wir NIE eine Verbesserung in unserer Interessenvertretung hinbekommen. Alle "Oppositions-" oder "Protestaktions-Energie" wird im endlosen Nichts verpuffen.

Ich sage das jetzt mal so bewusst empört in BEIDE Richtungen, weil diese ignorante Arroganz gegenüber nüchtern-sachlich-sinnvollen Projekten einzigartig und kaum noch zu ertragen ist. Man MUSS etwas tun, und am besten gemeinsam, bei allen Empfindlichkeiten und Differenzen!

pharmacon

von Christiane Patzelt am 18.01.2016 um 10:24 Uhr

Nach Herrn Kiefer ist ja alles tuffte auf dem deutschen Apothekenmarkt, auch bei den Nachbarn ist "nicht alles Gold was glänzt" und die "Kirschen in Nachbars Garten sind immer röter". Wer uns ApothekerInnen mit solchen Allgemeinplätzen abspeist, anstatt uns innovativ in die Zukunft zu führen, der darf sich nicht wundern, wenn der Applaus aber so was von aus bleibt. Das Sterben der Apotheken, die langsame Installation lauter Mini-Ketten, der Nachwuchsmangel in vielen Regionen, die Verarmung an Zeit für die InhaberInnen aufgrund hoher Arbeitsbelastung...alles Themen, die fein brach liegen. Eine Standesvertretung, die sich um Ihre Beitragszahler nicht kümmert, verkümmert zum Verein und verdient den Namen "Vertretung" nicht!

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AW: Christiane Patzelt

von Heiko Barz am 20.01.2016 um 1:37 Uhr

Sie vergaßen, werte Kollegin, bei Ihre Aufstellung der pharmazeutischen Baustellen, deren ich noch etliche, wichtige aber unbearbeitete Probleme beisteuern könnte, dass wir diesen - Vertretern - auch noch einen nach ungerechten Umsatzgrößen bestimmten Zwangsbeitrag abführen müssen.
Ungerecht deswegen, weil die Umsatzgröße und das daraus korrelierende absolute Einkommen prozentual nicht mehr stimmig ist.
Bisher habe ich noch keinen von uns bezahlten Vertreter vernommen, der diese doch nicht unwichtige Frage zu relativieren wagt.
Ich sehe mit froher Erwartung der PZ entgegen, in der dann wieder von großen Reden berichtet wird, von glänzenden Kulturabenden und von pokalschwenkenden Apothekern, die einen Slalom siegreich beendeten. Bei satten 700 anwesenden Apothekern sollte man aber die zigtausenden Kollegen nicht vergessen, die aus welchen Gründen auch immer, nicht an dieser elitären Veranstaltung teilnehmen konnten. Uns bleibt nur, im nächsten Nachtdienst die umfangreiche Berichterstattung lesend zur Kenntnis zu nehmen.

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