Schwangerschafts-Diabetes

Weniger Kartoffeln vor der Empfängnis?

Stuttgart - 13.01.2016, 13:00 Uhr

Werdende Mütter können ihr Risiko für Schwangerschaftsdiabetes leicht senken, sagen US-Forscher. (Quelle: WavebreakMediaMicro/Fotolia)

Werdende Mütter können ihr Risiko für Schwangerschaftsdiabetes leicht senken, sagen US-Forscher. (Quelle: WavebreakMediaMicro/Fotolia)


Laut einer US-amerikanischen Studie erhöht sich durch Kartoffelkonsum das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes. Die Wissenschaftlern empfehlen, auf anderes Gemüse oder Vollkornkost umzuschwenken. Gilt es nun tatsächlich, Erbsen zu zählen?

Statt Kartoffeln lieber Erbsen, Bohnen und Linsen: Wenn es nach den Forschern um Cuilin Zhang der amerikanischen National Institutes of Health geht, sollten werdende Mütter schon vor der eigentlich Schwangerschaft ihre Ernährung umstellen. Sie werteten Gesundheitsdaten und Angaben zur Ernährung von gut 15.000 Frauen aus, die zwischen 1991 und 2001 schwanger wurden. Dabei stellten sie einen statischen Zusammenhang zwischen Kartoffelkonsum und Schwangerschaftsdiabetes fest. Frauen besaßen ein um 9 bis 12 Prozent niedrigeres Erkrankungsrisiko, wenn sie pro Woche statt zwei Portionen Kartoffeln anderes Gemüse aßen, schreiben die Forscher im British Medical Journal.

Bisher zählen die amerikanischen Ernährungsrichtlinien Kartoffeln zur Gruppe der Gemüse und empfehlen, diese unbedacht zu verzehren. Doch hätten schon frühere Studien aufgrund des hohen Stärkegehalts gefolgert, dass Kartoffeln einen negativen Effekt auf die Blutzuckerwerte haben können, schreiben die Wissenschaftler. Eine mögliche Erklärung sei daher, dass der vergleichsweise hohe glykämische Index der Kartoffel die Blutzuckerwerte hochschießen lasse. Da ihre Studie jedoch nur eine Beobachtungsstudie sei, könnten sie keine Aussagen über einen möglichen Wirkungszusammenhang treffen.

Überschaubares Risiko

Macht es tatsächlich Sinn, nun die Ernährungsempfehlungen umzuschreiben? Ähnlich wie bei der WHO-Klassifizierung, die verarbeitetes Fleisch als krebserregend benannte, können werdende Mütter wohl erstmal zurückhaltend bleiben. Denn selbst wenn es einen ursächlichen Einfluss geben sollte, bleibt die Wahrscheinlichkeit überschaubar, durch einen höheren Kartoffelkonsum später einmal Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln.

Nach Angaben des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Uni Düsseldorf erkranken 2 bis 12 Prozent der Schwangeren, je nach Risikogruppe der Mutter. Eine relative Erhöhung um 10 Prozent steigert die Zahlen also nur auf 2,2 beziehungsweise 13,2 Prozent. Solange keine kontrollierten, klinische Studien weitere Evidenz liefern, kann es daher wohl bei der alt-bewährten Empfehlung bleiben, sich ausgewogen zu ernähren.


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