Krankenkassen

Arzneimittelausgaben in 2015 deutlich gestiegen

Stuttgart - 05.01.2016, 11:09 Uhr

Krankenkassen zahlten 2015 knapp 33 Milliarden Euro für Arzneimittel - 1,3 Milliarden mehr als 2014. (Foto: dpa)

Krankenkassen zahlten 2015 knapp 33 Milliarden Euro für Arzneimittel - 1,3 Milliarden mehr als 2014. (Foto: dpa)


Die Gesetzlichen Krankenkassen zahlten 2015 fast 33 Milliarden Euro für Arzneimittel, berichtet die Bild-Zeitung. Besonder die hochpreisigen neuen Arzneimittel sollen laut ABDA für diese Preissteigerung verantwortlich sein. 

Die Ausgaben für Arzneimittel sind laut ABDA im vergangenen Jahr um gut 4,4 Prozent gestiegen. Die gesetzlichen Krankenkassen hätten für Medikamente im vergangenen Jahr 32,7 Milliarden Euro ausgegeben, das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf die ABDA-Angaben. Dies seien 1,3 Milliarden Euro mehr als noch 2014.

Für Impfstoffe stiegen die Ausgaben den Angaben zufolge sogar um gut elf Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. 

Verantwortlich für die Kostenexplosion seien "neu in den Markt eingeführte hochpreisige Medikamente", berichtete "Bild" unter Berufung auf den Apothekerverband. Bei den Impfstoffe wiederum seien zwei Drittel des Umsatzwachstums auf Mittel gegen Masern sowie Kombinationspräparate gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Polio zurückzuführen.

Fantasiepreise der Industrie

Die gesetzlichen Krankenkassen drängen die Bundesregierung derweil zu einer erneuten Reform des Arzneimittelmarktes, um die immensen Ausgabensteigerungen in den Griff zu bekommen. Unterstützung bekommen sie dabei von der Bundesärztekammer (BÄK). Krankenkassen wie Ärzteschaft halten das am 1. Januar vor fünf Jahren in Kraft getretene Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) zwar für einen guten Ansatz. Doch müsse es dringend "nachgeschärft" werden.

"Das entscheidende Problem ist, dass wir nach wie vor das erste Jahr mit freier Preisbildung haben", sagte die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer. Nach einem Jahr vereinbaren Krankenkassen und Hersteller einen Erstattungsbetrag. Bis zu dieser Vereinbarung könnten Hersteller "Fantasiepreise" für neue Medikamente verlangen.


dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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3 Kommentare

wo bleibt der Kassenrabatt?

von Dr. Peter Post am 06.01.2016 um 21:44 Uhr

Die ABDA berichtet von einer 4,4%igen AM-Preissteigerung, obwohl sie von den geheimen Kassenrabatten keine Ahnung hat. Wenn in 2015 wirklich nur 4,4% mehr an Apotheken geflossen sind (brutto - Retaxationen dürften den Kassenaufwand noch mindern), dann wird es den Kassen leicht gewesen sein, diesen Aufwand per Mehrrabartt mindestens zu kompensieren. Aber wieso geben die das nicht zu? Geht die ganze Rabattkohle gleich auf geheime Konten womöglich im Ausland?

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Falsche Botschaft

von Reinhard Rodiger am 06.01.2016 um 0:19 Uhr

Das ist Gedankenübertragung mit Kollegin Aures: DIE APOTHEKEN SAHNEN AB! Das bleibt hängen.
Wenn die Bildzeitung nicht alles schreibt,warum ist nichts von eigener Seite zu hören? Etwa :
- das sind nicht nur Fertig-Arzneimittel, somdern auch...
- Der Packungszuwachs geht hauptsächlich auf die auf die Grippewelle zurück(Ach so Packungen gibt es im ABDA-Horizont gar nicht)
-Allein Hepatitis C Produkte machen über die Hälfte des Zuwachses auf, davon ca 4% für Apotheken
usw usw...
Wann gibt es eine professionelle Marktkommentierung aus unserer Sicht???? Wenn die Presse nicht druckt,dann eben anders verbreiten.

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Preise....

von gabriela aures am 05.01.2016 um 12:06 Uhr

...sind nur eine Seite der Medaille !
Die Packungszahlen und die Zahl der "Neuerkrankungen" bei den Volkskrankheiten rücken die ganze "Zahlenakrobatik" sicher in ein anderes Licht.
So bleibt nur wieder hängen:
Apotheker (!) steigern ihren Verdienst um über eine Milliarde !

Es mag ja sein, daß die ABDA nicht nur die Umsatzsteigerungen durchgegeben hat (also, wenn man ganz fest daran glaubt...) - aber das Geld bleibt eben die Hauptmeldung !

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