Welt-Aids-Tag am 1. Dezember

Aids bleibt zweithäufigste Todesursache unter Teenagern

Berlin/JHannover - 01.12.2015, 10:00 Uhr

Khayelitsha Mural Project in South Africa: Zahlreiche HIV-Infizierten in afrikanischen Ländern haben keinen regelmäßigen Zugang zu Arzneimitteln. (Foto: MSF / Rowan Pybus)

Khayelitsha Mural Project in South Africa: Zahlreiche HIV-Infizierten in afrikanischen Ländern haben keinen regelmäßigen Zugang zu Arzneimitteln. (Foto: MSF / Rowan Pybus)


Die Vereinten Nationen haben ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2030 sollen HIV und Aids weltweit eingedämmt werden. Bei der Prävention müssen besonders Kinder und Jugendliche in den Blick genommen werden, fordern Organisationen anlässlich des Welt-Aids-Tages.

Aids ist die zweithäufigste Todesursache weltweit unter Teenagern. In Afrika sei die Immunschwächekrankheit sogar der häufigste Grund für Todesfälle in der Altersgruppe der zehn bis 19-Jährigen, berichtete die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung am Montag zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember. Präventionsprogramme und Verhütungsangebote müssten ausgeweitet werden und sich gezielt an Jugendliche richten. Am häufigsten sterben Jugendliche laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei Unfällen.

Weniger Neuinfektionen und Todesfälle

Insgesamt ging die Zahl der HIV-Neuinfektionen weltweit – bezogen auf alle Altersgruppen – von der Jahrtausendwende bis 2014 um 35 Prozent auf zwei Millionen im Jahr zurück. Im vergangenen Jahr starben den Angaben zufolge 1,2 Millionen Menschen an Aids, 800.000 weniger als 2004.

In Deutschland wissen nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) etwa 13.200 von 83.400 Menschen mit HIV nichts von ihrer Infektion. Dabei raten Experten inzwischen dazu, so früh wie möglich mit einer Therapie zu beginnen. Die Deutsche Aids-Hilfe will daher ihre anonymen und kostenlosen Testangebote ausbauen. Doch nicht jeder will sich überprüfen lassen. „Vor allem Angst vor Diskriminierung und der Glaube, mit HIV sei ein erfülltes Leben nicht ‎mehr möglich, halten Menschen vom HIV-Test ab“, sagte Vorstandsmitglied Ulf-Arne Hentschke-Kristal.

Bundesregierung wirbt für mehr Akzeptanz

Der Welt-Aids-Tag, der jedes Jahr am 1. Dezember stattfindet, will unter anderem für mehr Solidarität mit Betroffenen werben. Auch die Bundesregierung rief zu mehr Akzeptanz auf. Die meisten Menschen wüssten, wie sie sich vor einer Infektion mit dem Aids-Erreger schützen könnten, sagte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in Berlin bei der Vorstellung der Kampagne „Positiv zusammen leben“. Bekannt sei auch, dass es im täglichen Miteinander keine Ansteckungsrisiken gebe. Aber nicht immer vertrauten die Menschen diesem Wissen. Die Kampagne, die zusammen mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen Aids-Hilfe und der Deutschen Aids-Stiftung initiiert wurde, wolle Vorurteile und Ängste abbauen. In den vergangenen drei Jahrzehnten seien wichtige Fortschritte erzielt worden. Deutschland gehöre zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa, sagte Gröhe.

WHO: Kampf muss weitergehen

Der Kampf gegen die Immunschwächekrankheit muss aus Sicht der WHO trotz aller Erfolge unvermindert weitergehen. In einigen besonders betroffenen Ländern sinke die Zahl der Neuinfektionen nicht mehr.

Zahlreichen HIV-Infizierten in afrikanischen Ländern südlich der Sahara ist der regelmäßige Zugang zu lebensrettenden Medikamenten verwehrt. Antiretrovirale Arzneimittel seien zwar generell auf Lager, gelangten aber zu spät zu vielen Kliniken, erklärte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) während der Internationalen Konferenz über Aids und sexuell übertragene Infektionskrankheiten (ICASA) in der simbabwischen Hauptstadt Harare. Der Grund für die Engpässe seien vor allem schlecht organisierte Zulieferketten und logistische Hürden.


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