ABDA ZUM E-HEALTH-GESETZ

Rabattverträge unterlaufen Medikationsplan

Berlin - 27.11.2015, 14:30 Uhr

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt protestiert gegen Ausgrenzung der Apotheker beim Medikationsplan. (Foto: ABDA)

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt protestiert gegen Ausgrenzung der Apotheker beim Medikationsplan. (Foto: ABDA)


Kaum hat die Regierungskoalition den Apothekern beim Medikationsplan die Assistentenrolle zugewiesen, protestiert die ABDA dagegen. Das bloße Aktualisieren eines unrichtigen Medikationsplans sei kein Ersatz für gleichberechtigte Teilhabe.

„Der richtige Weg ist, jedem Patienten selbst die Entscheidung zu überlassen, ob sein Medikationsplan beim Arzt oder Apotheker erstellt wird", so ABDA-Präsident Friedemann Schmidt in einem aktuellen Statement. „Ein Wahlrecht des Patienten erhöht seine Motivation mitzumachen und damit auch den Erfolg des Projekts." In der Stammapotheke wisse man, was der Patient wirklich bekomme – ob Rabattarzneimittel oder rezeptfreies Präparat. Dieser Vorteil sei unschlagbar für jeden Medikationsplan. Das bloße Aktualisieren eines unrichtigen Medikationsplans sei kein Ersatz dafür, so Schmidt.

Jeder vierte Bundesbürger nehme schließlich drei oder mehr Medikamente dauerhaft ein. Schmidt: „Ein echter Medikationsplan muss gut lesbar, leicht verständlich, vollständig und aktuell sein. Die Apotheker stehen an der Seite ihrer Patienten, die ein Wahlrecht zwischen Arzt und Apotheker brauchen und zurecht einen echten Nutzen erwarten. Das muss die Politik leisten."

Außerdem weist die ABDA erneut auf die Problematik von Rabattverträgen hin. „Die mehr als 18.000 Rabattverträge der Krankenkassen können jeden Medikationsplan von Millionen chronisch kranken Patienten untauglich machen, wenn der Apotheker nicht von Anfang an in dessen Erstellung einbezogen wird“, so die Stellungnahme. Allein im Jahr 2014 seien fast 350 Millionen Generika als Rabattarzneimittel abgegeben worden. Dazu komme die Selbstmedikation – fast 40 Prozent aller Arzneimittel mit mehr als 500 Millionen Packungen pro Jahr – sie kenne nur der Apotheker.


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