PTA-Schulen in Westfalen-Lippe

Probleme nur vorübergehend gelöst?

Münster - 09.11.2015, 09:15 Uhr

Um den PTA-Nachwuchs sorgen sich nicht nur die Apotheker in Westfalen-Lippe. (Foto: AKWL)

Um den PTA-Nachwuchs sorgen sich nicht nur die Apotheker in Westfalen-Lippe. (Foto: AKWL)


Auf der Mitgliederversammlung des Apothekerverbands Westfalen-Lippe konnte der wiedergewählte Vorsitzende Michels zwar bekannt geben, dass die Finanzierung der PTA-Ausbildung vorerst gesichert ist. Eine endgültige Lösung steht aber weiter aus.

Der neue und alte Verbandsvorsitzende in Westfalen Lippe, Klaus Michels, konnte auf der Mitgliederversammlung am 7. November in Münster viel Positives verkünden: Der Neubau der Geschäftsstelle ist nicht nur pünktlich fertig geworden, er wird auch billiger als gedacht, dazu ist der von Rechtsstreitigkeiten begleitete Verkauf der Anteile am Rechenzentrum ARZ Haan fast abgeschlossen und spült einen warmen Geldregen in die Kassen des Verbands.

Weniger gute Nachrichten hatte Michels, was die Finanzierung der PTA-Schulen in Westfalen-Lippe angeht. Zwar sei durch den Kompromiss mit der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, die ihre finanzielle Unterstützung für die PTA-Schulen erhöht hatte, der Erhalt vorerst sichergestellt. Der Ausbildungsjahrgang 2015-17 sei gesichert, man habe schon erste Ausbildungsverträge für das Jahr 2016 unterschreiben können.

Doch weder das Bundesgesundheitsministerium noch die Kammern und Verbände der anderen Bundesländer hätten sich mit dem vom AVWL vorgeschlagenen „Verzahnungsmodell“ von theoretischem Unterricht in der PTA-Schule und praktischer Ausbildung in der Apotheke anfreunden können.

Ohne PTA geht gar nichts

Auch aus den Äußerungen einiger AVWL-Mitglieder sprach große Sorge um die Zukunft der Schulen und des PTA-Berufs. Er könne sich durchaus vorstellen, seine Apotheke ohne angestellte Approbierte zu betreiben, sagte einer. Aber ohne PTA müssten die Apotheken in kürzester Zeit schließen. Deswegen erfülle ihn die Situation in diesem Beruf mit großer Sorge. Die ersten Angehörigen dieses ja noch recht jungen Berufs gingen nun in Rente, ergänzte ein Kollege, dazu komme das Problem, dass viele PTA-Schülerinnen die Ausbildung gar nicht beendeten.

Nachdem das Land Nordrhein-Westfalen seine finanziellen Zuschüsse zu den PTA-Schulen eingestellt hat, war es im Laufe dieses Jahres zum offenen Streit zwischen Apothekerkammer und -verband in Westfalen-Lippe gekommen. Hier ist der Apothekerverband über einen Verein der Träger der vier PTA-Schulen – eine bundesweit einmalige Konstellation. Der Streit war vor allem über die Frage der Beteiligung der Apothekerkammer an der finanziellen Rettung des Trägervereins entsprungen und teilweise sehr emotional und öffentlich geführt worden.

Friedenssignale in Richtung Overwiening

Der Verbandsvorsitzende Michels sandte nun Friedenssignale in Richtung der Kammerpräsidentin Gabriele Regina Overwiening: Er werde alles in seiner Macht stehende tun, um den jetzigen Zustand zu beenden, sagte er. Dass eine gemeinsame Vorstandssitzung von Kammer und Verband, die die weitere Zusammenarbeit zum Gegenstand haben sollte, von ihm aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt werden musste, bedauere er sehr. Sie werde bei nächster Gelegenheit nachgeholt, versicherte Michels.


Dr. Benjamin Wessinger (wes), Apotheker / Herausgeber / Geschäftsführer
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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