E-Health-Gesetz

Steffens von Bundesregierung enttäuscht

Düsseldorf - 23.10.2015, 08:55 Uhr


Die Gesundheitsministerin von NRW ist enttäuscht, dass die Apotheker von der Erstellung des Medikationsplans ausgeschlossen bleiben sollen. Sie vermute dahinter andere als inhaltliche Gründe, sagte Barbara Steffens auf dem „OTC-Gipfel“ in Düsseldorf.

Barbara Steffens, die grüne Gesundheitsministerin von Nordrhein-Westfalen, ist enttäuscht vom Bundesgesundheitsministerium (BMG). Sie verstehe einfach nicht, warum die Apotheker im E-Health-Gesetz bei der Erstellung der Medikationspläne keine Berücksichtigung finden. Die Diskussion auf dem Deutschen Apotheker mit dem beamteten Staatssekretär aus dem BMG, Lutz Stroppe, habe sie in der Ansicht gestärkt, dass es andere als inhaltliche Gründe für diese Entscheidung geben müsse. „Die Entscheidung hat nichts mit inhaltlichen Argumenten zu tun“, sagte Steffens. Sie habe zumindest keine stichhaltigen gehört.

Bei ihrem Grußwort auf dem 3. OTC-Gipfel des Apothekerverbands Nordrhein am 22. Oktober bedauerte die Ministerin, dass der Änderungsantrag des Landes Nordrhein-Westfalen zum E-Health-Gesetz keine Zustimmung gefunden habe: „Diese Engstirnigkeit der Bundesregierung geht zulasten der Patientinnen und Patienten“. Steffens widerholte ihre Forderung, dass die Patienten die Wahl haben sollten, wer ihren Medikationsplan erstellt. Es gehe nicht, dass die Apotheker zwar mitmachen sollen, aber nur kostenlos und zusätzlich. „Das halte ich für falsch!“, bekräftige Steffens.

Der OTC-Gipfel in Düsseldorf fand am 22. Oktober in Düsseldorf bereits zum dritten Mal statt. Mit der Veranstaltung will der Apothekerverband Nordrhein die Bedeutung der Selbstmedikation für die Apotheker, die Patienten und das ganze Gesundheitswesen bekräftigen. In diesem Jahr stand der Gipfel ganz im Zeichen der evidenzbasierten Selbstmedikation.


Dr. Benjamin Wessinger (wes), Apotheker / Herausgeber / Geschäftsführer
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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