expopharm Medienpreis 2015

Ausgezeichnet: Arzneimittel in den Medien

Berlin - 01.10.2015, 10:20 Uhr

Die Gewinnerinnen des expopharm Medienpreises 2015. (Foto: A. Hagedorn)

Die Gewinnerinnen des expopharm Medienpreises 2015. (Foto: A. Hagedorn)


Gestern Abend wurde zum 11. Mal der expopharm Medienpreis verliehen. Journalistinnen und Journalisten waren aufgefordert, Texte unter dem Motto „Die Apotheke in der Gesellschaft“ einzureichen. Verliehen wurde der Preis in vier Kategorien, von denen jede mit jeweils 5.000 Euro dotiert war. Mit dem Medienpreis will die Expopharm die seriöse, dabei aber auch durchaus kritische Berichterstattung über Apotheken fördern. Themen der diesjährigen Preisträgerinnen waren Polymedikation, Sovaldi, Antibiotika und Seltene Erkrankungen.

Insbesondere Frauen wurden gestern in Düsseldorf für ihre Arbeiten geehrt. In der Kategorie Apotheke und Politik wurde Claudia Kade ausgezeichnet. Ihr Beitrag „Wenn Ärzte lebensgefährliche Cocktails mixen“, erschien vor einem Jahr in der Tageszeitung „Die Welt“. Darin ging es um Polymedikation multimorbider Menschen, die vielfach zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen und -interaktionen sowie unerwünschten Wechselwirklungen mit Nahrungsmitteln führt. Dies ist ein Problem für Patienten und Kostenträger. In ihrem Text zeigt die Autorin im Gespräch mit Experten Lösungen auf – und das ist insbesondere die enge Zusammenarbeit von Ärzten und Apothekern mit gemeinsam erstellten Medikationsplänen, Medikationsanalysen und letztlich einem systematischen Medikationsmanagement.

Heike Haarhoff und Saskia Hödl sind die Preisträgerinnen in der Kategorie Apotheke und Ökonomie. Sie veröffentlichten im Januar 2015 in der „TAZ“ unter dem Titel „Der Preis des Überlebens“ einen Artikel über das Hepatitis C-Mittel Sovaldi. Am Beispiel dieses unbestritten lebensrettenden Medikaments werfen sie Fragen auf, was ein gerechter Preis für hochinnovative Arzneimittel sein kann, wie man diesen bestimmt und wo die Grenzen der Belastbarkeit der Gesundheitssysteme verlaufen. Die Autorinnen lassen nicht nur die zahlreichen Kritiker zu Wort kommen, sondern auch betroffene Patienten und nicht zuletzt das Unternehmen selbst.

In der Kategorie Apotheke und Verbraucher ging der expopharm Medienpreis an die Autorinnen und den Autor des Gemeinschaftswerks „Raus aus der Antibiotika-Falle“, erschienen im Februar im Focus. Darin widmen sich Dr. Margarete van Ackeren, Dr. Regina Albers, Dr. Susanne Kailitz, Dr. Kurt-Martin Mayer und Kathrin Schwarze-Reiter einem Problem, durch das allein in Deutschland jährlich rund 30.000 Menschen sterben. Laienverständlich beschreiben sie die Gefahr durch  multiresistente Keime, die aufgrund einer ganz natürlichen Mutation gegen viele Antibiotika immun geworden sind. Sie berichten über die Forschungsbestrebungen der pharmazeutischen Industrie und geben schließlich Tipps, mit denen die Verbraucher selbst dazu beitragen können, das Risiko einer Infektion zu minimieren.

Den Preis in der Kategorie Pharmazie und Forschung gewann Stephanie Kowalewski für ihr im Oktober 2014 auf Deutschlandradio Kultur ausgestrahltes Hörfunk-Feature „Chronisch Tapfer. Menschen mit Seltenen Erkrankungen sind die Waisen der Medizin“. Darin geht es um ein Thema, das sich meist abseits des öffentlichen Interesses abspielt, für die Betroffenen aber gerade auch deshalb besonders belastend ist. Das Feature stellt Menschen mit Seltenen Erkrankungen vor, zeigt, woran es bei der Betreuung der Betroffenen mangelt und was sich wie ändern muss.

Die Verleihung des expopharm Medienpreises fand im Düsseldorfer Apollo-Theater statt. Der Wettbewerb wurde von der ARZ Haan AG, der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, dem GOVI-Verlag der DKV und der Messe Düsseldorf unterstützt.



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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