75. Kongress des Weltapothekerverbands FIP

Die Welt braucht den Apothekerberuf

Düsseldorf - 30.09.2015, 08:50 Uhr

FIP-Präsidentin Carmen Peña eröffnet den Weltapothekerkongress in Düsseldorf. (Foto: diz/DAZ)

FIP-Präsidentin Carmen Peña eröffnet den Weltapothekerkongress in Düsseldorf. (Foto: diz/DAZ)


Der internationale Kongress des Weltapothekerverbands FIP findet in diesem Jahr zeitgleich mit dem Deutschen Apothekertag und der Expopharm vom 29. September bis 3. Oktober in Düsseldorf statt. „Düsseldorf ist in dieser Woche die Apothekerhauptstadt der Welt“, so die FIP-Präsidentin Carmen Peña in der traditionellen Eröffnungszeremonie. Sie rief die Pharmazeuten in aller Welt dazu auf, alles dafür zu tun, dass der Apotheker heute und in Zukunft seine große Bedeutung behält.

Als Weg, wie dies erreicht werden könne, stellte Peña ihren „2x2-Plan“ vor. Er bedeutet, dass man zwei Aktionen auf zwei Ebenen vornimmt. Beispielsweise ist dies die berufliche Weiterentwicklung auf der einen Seite, auf der anderen ist es die Durchsetzung beruflicher Interessen sowohl auf individueller wie auch auf gemeinschaftlicher Ebene. Hinzu kommt, dass der Plan die Menschen, also die Patienten und Gesundheitsberufe, die Dienstleistungen der Gesundheitsberufe und die Nachhaltigkeit, vor allem wenn es um den Zugang zu Arzneimitteln geht, im Blick haben soll.

Peña richtete in ihrer Eröffnungsansprache den Fokus auch auf die Rolle des Apothekers, der noch stärker die Frauen als Partner einbinden sollte, wenn es um den verantwortungsvollen Gebrauch von Arzneimitteln gehe. Denn, so die FIP-Präsidentin, Frauen haben traditionell einen besonderen Platz im Gesundheitswesen. Sie sind diejenigen, die sich um die Gesundheit der Familie kümmern, ihren Kindern Hygiene und gesundes Verhalten beibringen und vor allem Apotheken aufsuchen. Allerdings gibt es vielerorts auf der Welt keine Gleichberechtigung bei der Erziehung von jungen Mädchen, so dass sie nicht befähigt werden, für die Gesundheit in der Familie zu sorgen.

Im Anschluss an die Rede der FIP-Präsidentin verlas der Generalsekretär der FIP, Luc Besançon, den Eid bzw. das Versprechen des Apothekers, eine Art Ehrenkodex, der auf dem letztjährigen FIP-Kongress ausgearbeitet wurde. Der Eid beinhaltet in neun Punkten die zentralen Versprechen des Apothekers, wie er seinen Beruf ausüben will. Während der Eid verlesen wurde, erhoben sich die Apothekerinnen und Apotheker von ihren Plätzen, am Ende des Textes stimmten sie dem Eid zu.

Friedemann Schmidt begrüßt Apotheker aus aller Welt

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt, freute sich, die Apothekerinnen und Apotheker aus aller Welt in Düsseldorf begrüßen zu können. Mit Blick auf den voll besetzten Saal der Düsseldorfer Stadthalle bekannte er, dass dies das größte Auditorium sei, zu dem er jemals gesprochen habe. Er rief die Teilnehmer dazu auf, auch die pharmazeutische Ausstellung Expopharm, Europas größte Pharmamesse, zu besuchen.

Er machte die Apotheker aus aller Welt auf das Perspektivpapier der deutschen Apotheker aufmerksam, die mit dem Medikationsmanagement und der evidenzbasierten Pharmazie den Weg in die Zukunft angetreten hätten.

Schmidt entschuldigte zudem die nicht gekommenen Gesundheitspolitiker, aber Deutschland stehe derzeit mit dem Ansturm der Flüchtlinge vor großen Herausforderungen, was aller politischen Kräfte bedürfe.

3000 Teilnehmer aus 111 Ländern

Rund 3000 Apotheker und pharmazeutische Wissenschaftler aus 111 Ländern nehmen am diesjährigen FIP-Kongress teil. Das Generalthema lautet „Bessere Praxis – wissenschaftsbasiert, nachweisgetrieben“. Viele Vorträge drehen sich um die Frage, wie in der pharmazeutischen Praxis die bestmögliche Leistung erbracht werden kann.


Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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