Bitkom-Umfrage

Großes Interesse an Arzneimittelinfos auf der eGK

Berlin - 08.09.2015, 12:10 Uhr

In der Bevölkerung besteht Interesse an gespeicherten Informationen auf der eGK. (Bild: Zerbor/Fotolia)

In der Bevölkerung besteht Interesse an gespeicherten Informationen auf der eGK. (Bild: Zerbor/Fotolia)


Die Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) zusätzliche Funktionen wie die Speicherung von Gesundheitsinformationen. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1249 Personen ab 14 Jahren. „Die Bevölkerung hat die Chancen der elektronischen Gesundheitskarte erkannt“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Zum Beispiel was unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten angehe, könne die Karte viel bewirken.

Seit dem 1. Januar 2015 ist die eGK für gesetzlich Krankenversicherte Pflicht. Neben dem Bild des Versicherten enthalten die neuen Karten aber bislang nur grundsätzliche Angaben zum Patienten wie Name, Alter und Anschrift. Kein großer Fortschritt zur alten Gesundheitskarte. Im Laufe der Zeit sollen jedoch Notfalldaten, elektronische Rezepte, eine eventuelle Organspende-Erklärung oder die elektronische Patientenakte hinzukommen. Das Interesse an neuen Funktionen besteht jedoch bereits – wie die Ergebnisse der Bitkom-Umfrage, bei der die Teilnehmer gefragt wurden, welche Daten die eGK enthalten soll, zeigen.

Danach wollen 92 Prozent, dass die Blutgruppe dokumentiert wird. 88 Prozent wünschen sich, dass Informationen zu Allergien oder Medikamentenunverträglichkeiten darauf festgehalten werden. 84 Prozent möchten, dass die Karte Angaben zu regelmäßig eingenommenen Medikamenten enthält. 76 Prozent sind der Meinung, dass Informationen über eventuelle Implantate oder Prothesen auf der Karte enthalten sein sollten. 67 Prozent plädieren für Hinweise zu chronischen Erkrankungen. Nur fünf Prozent möchten lieber gar keine Daten zum Gesundheitszustand auf der Karte gespeichert wissen.

„Rund 20.000 Menschen verlieren jedes Jahr ihr Leben, weil vorhandene Hinweise auf Medikamentenunverträglichkeit dem behandelnden Arzt nicht zur Verfügung gestellt werden“, konstatiert Rohleder. Die Speicherung entsprechender Informationen auf der eGK mache das Leben für Patienten und Ärzte nicht nur leichter, sie werde Leben retten. Er appelliert an die Beteiligten: „Wichtig ist, dass alle beteiligten Akteure sich an den zeitlichen Fahrplan halten, damit die elektronische Gesundheitskarte mit all ihren Funktionen dem Patienten möglichst schnell zur Verfügung steht.“ Zuletzt hatte es Meldungen gegeben, denen zufolge die geplante digitale Vernetzung ins Stocken gerät, weil die Industrie mit Lieferschwierigkeiten kämpft.


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