Westfalen-Lippe

Ringen um Lösung für PTA-Ausbildung

29.05.2015, 13:50 Uhr

Soll die Finanzierung der PTA-Ausbildung in Westfalen-Lippe sicherstellen: Kammerpräsidentin Gabriele Regina Overwiening. (Foto: ABDA)

Soll die Finanzierung der PTA-Ausbildung in Westfalen-Lippe sicherstellen: Kammerpräsidentin Gabriele Regina Overwiening. (Foto: ABDA)


Berlin - Für das Ringen um die Finanzierung der PTA-Ausbildung in Nordrhein-Westfalen wird die Zeit knapp. Bis zum Sommer soll über die Ausrichtung der künftigen Ausbildung entschieden werden. „Die Zeit drängt“, erklärte heute der Vorsitzende des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe, Klaus Michels, „die Zukunft der Pharmazeutischen-Technischen Assistentinnen (PTA) ist für die Apotheken von existentieller Bedeutung.“

Nach Auffassung des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL) muss die Finanzierung der PTA-Ausbildung über die Apothekerkammer abgesichert werden. „Voraussetzung ist eine solidarische Beteiligung zumindest aller selbstständigen Apotheker auf gesicherter Rechtsgrundlage anhand eines gerechten Verteilungsschlüssels entsprechend dem beschäftigten PTA-Personal. Die Finanzierung der PTA-Ausbildung ist über den auf freiwilliger Mitgliedschaft basierenden Apothekerverband unmöglich“, so Michels. Aus diesem Grunde müsse die Finanzierung der Ausbildung auf „gesicherter rechtlicher Grundlage über eine Körperschaft des öffentlichen Rechts wie die Apothekerkammer organisiert“ werden, der alle Apothekenleiter als Pflichtmitglieder angehören.

Ausbildungsklasse 2015/2017 noch gesichert

Die Finanzierung der PTA-Ausbildung in Nordrhein-Westfalen ist unsicher, seitdem die NRW- Landesregierung jede Unterstützung eingestellt hat. Somit bleibe den Apothekenleitern in Westfalen-Lippe nichts anders übrig, als sich finanziell verstärkt an der PTA-Ausbildung zu beteiligen, so Michels. Die derzeit laufende Ausbildung und die nach den Sommerferien beginnenden Ausbildungsklassen des Lehrgangs 2015/2017 seien durch die Unterstützung aus Rücklagen des Apothekerverbandes sicher finanziert. Michels: „Danach muss die Finanzierung auf neue Beine gestellt werden, weil sämtliche Reserven aufgebraucht sein werden.“

Weniger Bewerber

Der vom AVWL ins Leben gerufene Trägerverein PTA-Fachschule Westfalen-Lippe e. V., der nach Schließung der PTA-Fachschule in Minden noch Ausbildungsstätten in Siegen, Paderborn, Gelsenkirchen und Castrop-Rauxel unterhält, hat es indes mit weiter rückläufigen Bewerberzahlen zu kämpfen. „Die Situation auf dem PTA-Ausbildungssektor hat sich dramatisch verschärft. Diese Entwicklung geht weiter. Zum Abwarten bleibt keine Zeit“, so Michels.

Derzeit hat der Trägerverein für den nach den Sommerferien beginnenden Lehrgang 2015/2017 für 256 zu besetzende Ausbildungsplätze lediglich 188 Verträge an interessierte Bewerber versandt. Davon wurden bisher in 156 Fällen die Anmeldegebühr entrichtet. Positiv tendiert derzeit der Standort in Paderborn, der bereits 57 potentielle Interessenten bei lediglich 60 Ausbildungsplätzen verzeichnet. Im Vorjahr waren es noch 201 PTA-Auszubildende.

Kommission hat neues Ausbildungsmodell erarbeitet

Eine Kommission von Verband, Kammer und Trägerverein in Westfalen-Lippe habe nunmehr ein Modell erarbeitet, das die PTA-Ausbildung mit Zustimmung der staatlichen Aufsicht sichern könnte. Grundüberlegung sei eine einheitliche fünfsemestrige Ausbildung, die eine frühzeitige Verzahnung von Theorie und Praxis ermöglicht. Die bisherige sonstige Schulausbildung mit 2.600 Stunden Unterricht an den PTA-Fachschulen soll beibehalten werden, die Ausbildung für Schüler kostenlos sein. Die Apotheke übernimmt als Ausbildungsbetrieb die Kosten für die Schule und ein weiteres Taschengeld. Dafür sind die Schüler anders als heute von Beginn an in den Apothekenbetrieb integriert und eine frühe Bindung der PTA an die Apotheke als späteren Arbeitgeber möglich. Derzeit zahlen die PTA-schüler eine Ausbildungsgeld von 295 Euro.

Nach einem von der Kammer in Auftrag gegebenen Gutachten entspreche die Zahl der derzeit noch vorhandenen Ausbildungsplätze in Westfalen-Lippe dem Bedarf an ausgebildetem pharmazeutischem Personal für die Apotheken dieses Landesteils. Jedoch kommt das Gutachten zu dem Schluss, dass ein erheblicher Teil der PTA-Auszubildenden tatsächlich später in andere Bereiche als die öffentlichen Apotheken abwandert. Michels: „Dies verdeutlicht, dass eine dramatische Unterdeckung an pharmazeutischem Fachpersonal droht und die Zeit drängt. Die Zahl der Ausbildungsplätze muss zur Bedarfsdeckung dauerhaft wieder gesteigert werden. Wir selbstständige Apotheker, die wir als einzige auf PTA angewiesen sind, müssen deshalb notgedrungen die finanzielle Unterstützung ausweiten.“

 


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