Apothekenprodukte im Ökotest

Aknemittel entweder Top oder Flop

27.03.2015, 11:35 Uhr

Besonders in der Pubertät sind Mitesser und Pickel lästig. (Foto: badmanproduction/Fotolia)

Besonders in der Pubertät sind Mitesser und Pickel lästig. (Foto: badmanproduction/Fotolia)


Berlin – Bestnote oder durchgefallen: Aknemittel sind entweder sehr zu empfehlen oder fallen bei näherer Betrachtung komplett durch. Zu diesem Ergebnis kommt Ökotest, das für seine April-Ausgabe elf rezeptfreie Arzneimittel und ein Medizinprodukt mit unterschiedlichen Wirkstoffen und -kombinationen aus der Apotheke unter die Lupe genommen hat. Bei den Flops fehlt es den Testern zum Teil an Wirksamkeitsbelegen, zum Teil vermasseln hautreizende Inhaltsstoffe das Testurteil.

Für die Frage, ob tatsächlich alle eingesetzten Wirkstoffe hilfreich gegen Akne sind, durchforstete und beurteilte Ökotest-Berater Professor Manfred Schubert-Zsilavecz, pharmazeutischer Chemiker an der Goethe-Universität Frankfurt, die medizinisch-wissenschaftliche Literatur. Zudem wurden die Aknemittel auf bedenkliche oder umstrittene Hilfs- und Duftstoffe analysiert (Deklaration und Laboruntersuchungen). Das Fazit: Vier Mal gab es die Note „sehr gut“, die übrigen Präparate fielen allesamt durch – sieben Mal mit „mangelhaft“ und ein Mal mit „ungenügend“.

Die vier Gewinner im Test sind die Benzoylperoxid-Arzneimittel B.P.O. Combustin Gel 5%, Benzaknen 5% Gel, Cordes BPO 5% Akne Gel und Marduk 10% Gel. „Der Nutzen von Mitteln mit dem Wirkstoff Benzoylperoxid gegen Akne ist durch wissenschaftliche Studien ausreichend belegt“, so die Erklärung. In der Kombination mit Miconazol (Acne Plus Creme) gibt es dagegen deutlichen Abzug, weil die Kombination laut den Testern in der Aknetherapie als „veraltet“ gilt. Benzoylperoxid-Präparate von Dr. August Wolff, Almirall Hermal schnitten wiederum schlecht ab, weil sie Formaldehyd/-abspalter, GlaxoSmithKlines Brevoxyl 4% Creme zudem Diethylphthalat aufwiesen.

Für die übrigen Mittel mit Salicyl- oder Glykolsäure, sulfonierten Schieferölen wie Natrium- und Ammoniumbituminosulfonat sowie deren Kombination mit Zinkoxid gibt es aus Sicht von Ökotest keine stichhaltigen Belege eines Nutzens in der Akne-Behandlung. Ein Präparat von Gepepharm (Aknederm Salbe Neu), das einen erhöhten Gehalt an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) aufwies, wurde klar abgestraft. Ebenso die Acne Plus Creme von Louis Widmer, die Natriumlaurylsulfat enthielt: Es reize die Haut und wirke zugleich komedogen, fördere also noch die Entstehung von Mitessern und Pickeln.


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