Gröhes nächster Gesetzentwurf

Mehr Geld für Hospize

19.03.2015, 08:40 Uhr

Minister Gröhe will die Palliativversorgung und die Hospizarbeit fördern. (Foto: Bilderbox)

Minister Gröhe will die Palliativversorgung und die Hospizarbeit fördern. (Foto: Bilderbox)


Berlin - Sterbende sollen in Deutschland künftig weit besser zu Hause, in Hospizen und Krankenhäuser betreut werden. Ein neuer Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) soll Lücken in der Hospiz- und Palliativversorgung vor allem auf dem Land schließen. Die Mehrkosten von bis zu 200 Millionen Euro pro Jahr sollen die gesetzlichen Krankenkassen tragen.

Bereits seit Jahren geben die Kassen immer mehr Geld in dem Bereich aus. So stiegen die Ausgaben für die immer zahlreicheren Teams aus Ärzten, Pflegern, aber auch Seelsorgern, die nach Hause kommen, von rund 2 Millionen Euro im Jahr 2008 auf 264 Millionen in 2014. Für stationäre Hospize und ambulante Hospizdienste waren es 2008 noch 69 Millionen Euro, vergangenes Jahr 144 Millionen. Zudem gibt es entsprechende Abteilungen in Krankenhäusern.

Vor allem auf dem Land fehlt es aber an Angeboten, um die letzte Zeit von Sterbenskranken möglichst schmerzfrei und würdig zu gestalten. Gröhe ist dafür, dass das Gesetz im Herbst kommt, bevor der Bundestag die geplante Neuregelung für Sterbebegleitung und Sterbehilfe vornimmt, heißt es aus Regierungskreisen. Wichtig sei ihm, dass klar werde, dass es neue Angebote gebe – und nicht vor allem Verbote. Gröhe lehnt – wie eine Mehrheit der Unionsfraktion – ärztlich assistierten Suizid ab.

Der Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, dass die Kassen künftig für Erwachsene 95 Prozent statt der bisherigen 90 Prozent der Kosten für Hospize zahlen. Es gibt zudem einen Mindestzuschuss – dieser soll von 198,45 auf 255,15 Euro pro Tag und Patient steigen. Zudem soll die Finanzierung der Palliativstationen in den Krankenhäusern verbessert werden. Nicht zuletzt will die Regierungskoalition die medizinische und pflegerische Versorgung
besser vernetzen. Gerade in strukturschwachen Gebieten sollen die Angebote erweitert werden.

Die Kassen begrüßten die Pläne. „Gemeinsam müssen Ärzte, Kassen und die Politik dafür sorgen, dass es gute und flächendeckende Angebote gibt, um den Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu helfen“, sagte Verbandssprecher Florian Lanz der dpa.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte: „Auch die geplanten 600 Millionen Euro für die palliative Versorgung wird das grundsätzliche Problem in Deutschland nicht lösen: Die Sterbenden in Pflegeeinrichtungen erhalten kaum Palliativbegleitung. Deshalb muss die Pflegestufe für Sterbende in den Pflegeheimen jetzt kommen.“


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