Diabetesprävention

Apotheken-Betreuung wirkt

17.03.2015, 10:00 Uhr

Beratung aus der Apotheke hilft, Krankheiten vorzubeugen. (Foto: contrastwerkstatt/Fotolia)

Beratung aus der Apotheke hilft, Krankheiten vorzubeugen. (Foto: contrastwerkstatt/Fotolia)


Berlin - Unterstützung aus der Apotheke kann das Diabetesrisiko senken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie mit rund 1000 Teilnehmern, die das Wissenschaftliche Institut für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG) mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg initiiert hat. Durch die Betreuung gelang es den Studienteilnehmern, abzunehmen und sich mehr zu bewegen. Die Folge: Das Diabetesrisiko sank innerhalb eines Jahres merklich.

Zentrale Fragestellung der Studie war, ob ein Diabetespräventions-Programm in Apotheken umsetzbar ist und damit eine Reduktion des Diabetesrisikos bei den Teilnehmern erreicht werden kann. 40 bayerische Apotheken machten bei der Suche nach Antworten mit.

Zwei Vergleichsgruppen...

Die eine Hälfte der Apotheken betreute ihre Teilnehmer intensiv mit dem Präventionskonzept „GLICEMIA“: In drei persönlichen Beratungsgesprächen und fünf Gruppenschulungen wurden individuelle Gesundheitsziele definiert und das notwendige Hintergrundwissen für eine langfristige Lebensstiländerung vermittelt. Die andere Hälfte der Apotheken erhob bei drei Terminen Risikofaktoren für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes und händigte eine schriftliche Information mit Hinweisen zur Lebensstiländerung aus. Nach einem Jahr wurden die beiden Gruppen hinsichtlich ihres Diabetesrisikos und der assoziierten Risikofaktoren verglichen.

... und signifikante Ergebnisse

Wie das WIPIG nun mitteilt, schlossen von anfangs 1.092 letztlich 977 Teilnehmer die Studie nach einem Jahr ab. Schon die geringe Abbrecherquote von 10,5 Prozent lege eine gute Akzeptanz der Studie nahe. Und: Nach einem Jahr hatte sich das Diabetesrisiko der 530 betreuten Teilnehmer im Vergleich zu den 562 nicht-betreuten Probanden hochsignifikant reduziert. So sei es den betreuten Teilnehmern gelungen, abzunehmen und sich mehr zu bewegen; dabei habe sich auch die körperliche Lebensqualität verbessert. Da die Studie nur ein Jahr dauerte, konnte allerdings kein Unterschied bei der Diabetes-Neuerkrankungsrate festgestellt werden. Diese Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Diabetes Care veröffentlicht. 

Ein Programm für die Fläche

Studienleiterin Prof. Dr. Kristina Friedland, Professorin für Molekulare und Klinische Pharmazie der Universität Erlangen-Nürnberg, ist höchst zufrieden: „Mit der Umsetzung des Präventionsprogramms GLICEMIA gelang es uns erstmals zu zeigen, dass Apotheker wirksam und effektiv zur Verhinderung der Diabetes-Epidemie beitragen können. Unser Ziel ist es nun, das Programm in die Fläche zu tragen.“

Hierfür stellt das WIPIG die Programmmaterialien Apotheken kostenlos zur Verfügung. Damit Apotheken dies auch anbieten können, fordert Dr. Helmut Schlager, Geschäftsführer des WIPIG, die Aufnahme der Apotheker ins Präventionsgesetz: „Dass Diabetesprävention durch Apotheker wirkt, haben wir wissenschaftlich bewiesen. Diese Erkenntnisse sollten nun auch von Politikern und Krankenkassenvertretern bei der zukünftigen Ausgestaltung der Prävention in Deutschland berücksichtigt werden.“

 


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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