Fälschungsverdacht

BfArM warnt vor gefälschtem Neulasta

09.03.2015, 13:25 Uhr

Diese Charge von Neulasta kennt man bei Amgen nicht. (Foto: BfArM)

Diese Charge von Neulasta kennt man bei Amgen nicht. (Foto: BfArM)


Berlin - Möglicherweise sind Fälschungen des Arzneimittels Neulasta® mit dem Wirkstoff Pegfilgrastim nach Deutschland gelangt. Entsprechende Informationen hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über die bayerische Landeshörde und über das Rapid Alert System (RAS) der EU erhalten. Der Verdacht sei durch Verkaufsangebote in Tschechien entstanden, teilt die Bonner Behörde mit.

Die bei diesen Verkaufsangeboten vorgelegten Analysezertifikate entsprachen nicht dem Original des Herstellers Amgen, obwohl das Amgen-Logo vorhanden war. Betroffen sind laut BfArM zwei Chargen mit den Nummern 1047277B und 1046277B. Im Gegensatz zur Charge 1046277B gibt es die Charge 1047277B bei Amgen nicht.

Von den in Tschechien angebotenen Packungen der beiden fraglichen Chargen existieren Fotos. Amgen geht nach Auswertung der Fotos zur Charge 1046277B von der Echtheit des abgebildeten Arzneimittels aus. Dem Unternehmen liegen keine Informationen darüber vor, in welchem Umfang sich noch legal vertriebene Packungen der genannten Charge in Deutschland im Verkehr befinden.

Unabhängig hiervon ist auch in Deutschland ein verdächtiges Angebot bekannt geworden. Betroffen ist auch hier die Charge 1046277B. Diese Charge ist nach Angaben Amgens von Januar bis Mai 2014 in Deutschland verkauft worden und bereits vollständig ausgeliefert. Als Haltbarkeitsdatum ist der 31. Juli 2016 angegeben.

Das BfArM empfiehlt Anwendern zum Schutz der Patientinnen und Patienten, keine Packungen von Neulasta® mit der Chargennummer 1047277B zu verwenden. Packungen mit der Chargennummer 1046277B sollten vorsorglich auf Manipulationen untersucht werden. Entsprechende Verdachtsfälle sollten dem BfArM gemeldet werden.


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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