Infektiologie

Den Masern den Kampf ansagen

09.03.2015, 09:45 Uhr

Dr. Ilse Zündorf und Prof. Dr. Theodor Dingermann: Eine Schutzimpfung ist nicht nur Privatangelegenheit (Foto: Schelbert/DAZ).

Dr. Ilse Zündorf und Prof. Dr. Theodor Dingermann: Eine Schutzimpfung ist nicht nur Privatangelegenheit (Foto: Schelbert/DAZ).


Hamburg - Weltweit sterben fast 60 Millionen Menschen jährlich infolge einer Infektion. Mit ausreichendem Impfschutz könnten viele Todesfälle vermieden werden. Wenn der Mensch der einzige Reservoirwirt des infektiösen Agens ist, besteht sogar die Chance, eine Krankheit vollständig auszurotten, wie es im Fall der Pocken bereits gelungen ist. Auch für Masern könnte eine Herdenimmunität der Bevölkerung das Aus bedeuten. Prof. Dr. Theodor Dingermann und Dr. Ilse Zündorf betonten auf der Interpharm, dass eine Schutzimpfung deshalb nicht nur eine private Angelegenheit ist, sondern eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.

Die Frage, wie sich Infektionen ausbreiten, beschäftigt Naturwissenschaftler und Politiker gleichermaßen. Zum Schutz vor Epidemien und Pandemien müssen gemeinsam Strategien entwickelt werden, die die Ausbreitung einer Infektion eindämmen. Eine wirksame Maßnahme bietet in vielen Fällen die aktive Immunisierung. Für Pocken, Masern, Polio und Röteln ist der Mensch der einzige Lebensraum, in dem das Pathogen existieren kann. Genau hierin liegt die Chance, diese Infektionskrankheiten vollständig auszurotten. Bei hohen Durchimpfungsraten in der Bevölkerung profitieren auch ungeschützte Personen wie Neugeborene von einer sogenannten Herdenimmunität. Durch eine konsequente Impfstrategie stellen Pocken seit 1980 keine Gefahr mehr dar.

Die Eradikation der Masern war von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für 2015 geplant. Dieser Termin wurde nun fünf Jahre nach hinten verschoben – zum wiederholten Mal. Bis Ende dieses Jahres soll die Zahl der Neuerkrankungen wenigstens auf fünf Fälle pro einer Million Einwohner gesenkt werden. Auch dieses Ziel wird Deutschland aufgrund aktueller Masernausbrüche vermutlich knapp verfehlen. Es muss weiter Aufklärungsarbeit geleistet werden, dass es sich bei Masern nicht um eine harmlose Kinderkrankheit handelt, sondern auch Komplikationen wie Myokarditis und Enzephalitis bis hin zum Tod die Folge der Infektion sein können. Ärzte und Apotheker können hier einen wertvollen Beitrag leisten, damit diese Szenarien bis 2020 der Vergangenheit angehören.

 


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