DPhG nimmt Stellung zum Leitbild

„Ein Schritt in die richtige Richtung“

Stuttgart - 14.05.2014, 16:00 Uhr


Auch die wissenschaftliche Fachgesellschaft DPhG hat sich zum Leitbild geäußert. In einer Stellungnahme begrüßt sie den vorgelegten Entwurf für die öffentliche Apotheke. Allerdings vermisst sie einige für die Zukunft des Apothekerberufs wesentliche Aspekte.

Bei folgenden Themen sieht die DPhG Bedarf für Ergänzungen bzw. konkretere Formulierungen:

  • Apotheker außerhalb der Apotheke: Obwohl das Leitbild nur für die ­öffentliche Apotheke gelten soll, könne es nicht isoliert von der Tätigkeit von Apothekern außerhalb der Apotheke gesehen werde.
  • Ärzte als die wichtigsten Partner: Die Zusammenarbeit in heilberuflichen Netzwerken, in denen Apotheker zukünftig eine wichtige Rolle spielen sollen, müsse vor allem mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Im vorliegenden Entwurf würden die Ärzte aber nicht genannt.
  • Aktionsplan des Bundesministeriums für ­Gesundheit (BMG) zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Deutschland. Es sei unverständlich, so die DPhG, warum im Leitbildentwurf nicht auf den Aktionsplan Bezug genommen wird.
  • Qualifizierung des Apothekenpersonals: Diese unverzichtbare Voraussetzung für die Etablierung patientenorientierter Dienstleistungen kommt in den Augen der DPhG zu kurz.
  • Generierung wissenschaftlicher Daten in der Apotheke: Apotheker sollten wissenschaftlichen Daten nicht nur in ihrer beruflichen Praxis anwenden, sondern auch in der Lage sein, diese in ihrem eigenen Umfeld zu generieren. Denn diese Daten tragen dazu bei, den Nutzen patientenorientierter Dienstleistungen zu evaluieren. Dieser Aspekt sollte in einem Leitbildentwurf nicht fehlen.

Insgesamt sieht die DPhG aber in dem vorgeschlagenen Leitbild einen Schritt in die richtige Richtung. Eine breite Akzeptanz des Leitbilds in der Gesellschaft sei zu wünschen, schreibt die Fachgesellschaft weiter. Außerdem sollten weitere Leitbilder für andere wichtige Berufsfelder des Apothekers folgen. Den Leitbildprozess werde man seitens der DPhG auch in Zukunft begleiten und unterstützen.

Die vollständige Stellungnahme der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft, finden Sie hier auf DAZ.online sowie morgen auf Seite 75 der DAZ.

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Julia Borsch


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