Großhandel

Celesio leidet unter Rabattschlacht

Berlin - 14.08.2013, 09:03 Uhr


Beim Pharmahändler Celesio hat die anhaltende Rabattschlacht im Arzneimittelgroßhandel in Deutschland erneut Spuren hinterlassen. Wie erwartete senkte Celesio daher das für 2013 anvisierte Ergebnisziel. Für 2013 erwartet Celesio nun ein bereinigtes EBIT zwischen 405 Millionen Euro und 425 Millionen Euro.

Marion Helmes, Sprecherin des Vorstands der Celesio: „Der Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr war insgesamt zufriedenstellend und lag im Rahmen der Erwartungen. Aus heutiger Sicht erwarten wir allerdings bis zum Ende des Jahres bedauerlicherweise keine Abschwächung des Rabattwettbewerbs in Deutschland. Daher sehen wir uns dazu veranlasst, die bisherige Ergebnisprognose anzupassen und gehen nunmehr von einem bereinigten EBIT zwischen 405 Millionen Euro und 425 Millionen Euro für das Jahr 2013 aus.“ Die bisherige Prognose lag bei 445 bis 475 Millionen Euro.

Der Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2013 sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,6 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro. Das unbereinigte operative Ergebnis (EBIT) betrug 202,9 Millionen Euro. Es stieg gegenüber dem unbereinigten Vorjahreswert um 15,3 Prozent, gegenüber dem um Sondereffekte bereinigten fiel es um 7,9 Prozent. 

Der Geschäftsbereich Consumer Solutions, das Apothekengeschäft, erzielte einen Umsatz von 1,68 Milliarden Euro und lag damit 2,3 Prozent unter dem Vorjahreswert (1,7 Milliarden Euro). Diese Entwicklung sei ausschließlich auf Währungskurseffekte sowie die Entkonsolidierung der tschechischen Aktivitäten zurückzuführen. 

Im für Celesio wichtigsten Apothekenmarkt Großbritannien hat sich Lloydspharmacy im ersten Halbjahr 2013 operativ positiv entwickelt. Die mit der neuen Konzernstruktur ermöglichte engere Verzahnung von Apotheken- und Großhandelsgeschäft zeigte Wirkung. Zusätzlich trugen die Einkaufsinitiative TIC (Top-in-Class-Procurement) sowie das Operational Excellence Program maßgeblich zu weiteren Kosteneinsparungen bei. Die negativen Effekte aus Regierungsmaßnahmen sowie negative Wechselkurseffekte aufgrund des schwachen Pfunds konnten allerdings nicht vollständig kompensiert werden. 

Erfreulich entwickelte sich das Geschäft in Italien. Aufgrund von Umsatzsteigerungen mit nicht verschreibungspflichtigen Produkten und von Kostenreduzierungen erzielte die Einheit einen deutlichen Ergebnisanstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Apothekengeschäft in Schweden zeigten die 2012 durchgeführte Restrukturierung und damit einhergehende Kosteneinsparungen positive Wirkung. 

Im Geschäftsbereich Pharmacy Solutions, dem Großhandelsgeschäft, lag der Umsatz mit 9,05 Milliarden Euro um fünf Prozent unter dem Vorjahr. Negativ wirkten sich insbesondere die Entkonsolidierung der tschechischen Aktivitäten im November 2012 und der irischen Gesellschaft im Mai 2013, der Anstieg der Generikaquote in Frankreich sowie Währungskurseffekte aus.


Lothar Klein


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