Tierversuche

Pharmakologische Tests an Mäusen wenig aussagekräftig

23.02.2013, 10:00 Uhr


Mäuse werden am häufigsten als Versuchstiere zur Testung von Arzneistoffen eingesetzt. Die Kritik am Nutzen dieser Tierversuche erhält jetzt neue Nahrung durch eine Studie amerikanischer Forscher.

Die Studie fand im Rahmen eines "Large Scale Collaborative Research Program” über "Entzündung und Immunantwort nach Verletzungen" statt. Bei Patienten mit größeren Wunden oder Brandverletzungen (n = 167 bzw. 244) und bei Labormäusen wurde beobachtet, wie sehr immunkompetente Zellen ihre Genexpression verändern. Bei den Patienten zeigte sich innerhalb von sechs bis zwölf Stunden nach der Verletzung bei über 5500 Genen eine veränderte Aktivität. Obwohl die Maus 4900 dieser Gene besitzt, reagierte bei ihr nur ein Drittel dieser Gene mit einer veränderten Aktivität auf die Verletzungen.

Bei sämtlichen Patienten waren die Änderungen der Genaktivitäten ähnlich – unabhängig von Art und Schweregrad der Verletzung, von Alter, Geschlecht und therapeutischen Maßnahmen.

Die Forscher schließen daraus, dass es wenig effektiv ist, entzündungshemmende Medikamente an Mäusen zu testen. Für pharmakologische Tests seien in vitro kultivierte menschliche Zellen und Gewebe besser geeignet.

Quelle: Seok J, et al. Genomic responses in mouse models poorly mimic human inflammatory diseases. Proc Nat Acad Sci, epub Febr 11, 2013.


Dr. Wolfgang Caesar