Änderung im Arzneiliefervertrag

Grippeimpfstoffe: In Hessen künftig zum Festpreis

Offenbach - 12.02.2013, 11:24 Uhr


Keine Ausschreibung: Die hessischen Krankenkassen unter der Federführung der AOK Hessen und der Hessische Apothekerverband (HAV) haben für die Impfsaison 2013/14 einen neuen Liefervertrag über Grippeimpfstoffe geschlossen. Er sieht vor, dass die Abrechnung zum Festpreis erfolgt und Ärzte nach wie vor die freie Wahl des Wirkstoffes haben.

Auch in Hessen dachten die Krankenkassen über eine Ausschreibung der Grippeimpfstoffe für den Sprechstundenbedarf nach. Zwar waren die Erfahrungen der auslaufenden Saison in einigen Regionen der Republik alles andere als gut – dies hat jedoch viele Kassen nicht davon abgehalten, wieder auszuschreiben.

Beim HAV ist man zufrieden. Und ebenso wie bei der AOK zuversichtlich, dass Beschaffungsprobleme in der kommenden Saison weitestgehend vermieden werden können. Auch Hessen hatte in den vergangenen Monaten Schwierigkeiten, an Impfstoffe zu kommen, da viele Vakzine in Regionen abwanderten, die einen Komplettausfall ihres Rabattpartners wegstecken mussten.

Aber auch die Abwicklung der europäischen Referenzpreise bei Impfstoffen hatte im letzten Jahr zu zahlreichen Rückfragen von Apotheken und einem hohen Verwaltungsaufwand bei Krankenkassen geführt. Nun, so die Vertragspartner, sei die Abrechnung erheblich „entkompliziert“. Davon würden Apotheker, Ärzte und Krankenkassen gleichermaßen profitieren.

Geändert wurde der Arzneiliefervertrag, der zuvor Nettoaufschläge auf Impfstoffe vorsah. Stattdessen gibt es künftig Festpreise. Die Apotheken werden nicht-adjuvantierte Impfstoffe für den Sprechstundenbedarf für 8,30 Euro abgeben, adjuvantierte für 9,30 Euro. Dies ist mehr als bei der ähnlich gestrickten Vereinbarung für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Zu erklären ist dies damit, dass im Nordosten die Ärzte überzeugt werden konnten, reine Wirkstoffverordnungen vorzunehmen. In Hessen können Ärzte nach wie vor jeden Impfstoff verschreiben, den sie für richtig halten.


Kirsten Sucker-Sket