Pharmaindustrie

Sanofi künftig ohne „Aventis“

Paris - 05.04.2011, 11:12 Uhr


Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis will seinen Namen vereinfachen und sich künftig schlicht „Sanofi“ nennen. Das kündigte Konzernchef Chris Viehbacher am 4. April in einem Interview mit dem französischen Radiosender BFM an.

Wenn die kommende Aktionärshauptversammlung dieser Namenänderung zustimmt, soll sie ab 1. Juli offiziell vollzogen werden, sagte Viehbacher in dem Interview, das unter dem Stichwort „Acquisition of Genzyme“ auf der Website des Konzerns steht (http://en.sanofi-aventis.com/). Sanofi-Aventis hatte im Februar für rund 20 Milliarden Dollar das Biotech-Unternehmen gekauft, allerdings soll die Übernahme erst im zweiten Quartal dieses Jahres zum Abschluss kommen. Die Namensänderung ist dann gleichsam der Schlusspunkt dieses Prozesses.

Wie Viehbacher darlegte, sinkt der Umsatz von Sanofi-Aventis von Ende 2008 bis Ende 2011 um fünf Milliarden Euro oder 20 Prozent, weil Verkaufsschlager wie Eloxatin® (Oxaliplatin), Taxotere® (Docetaxel) und Bikalm® (in Frankreich: Stilnox®, Zolpidem) ihren Patentschutz verloren haben. In Kürze werden Plavix® (Clopidogrel) und Clexane® (in Frankreich: Lovenox®, Enoxaparin-Natrium) folgen. Die beiden letzteren Präparate machen derzeit weltweit einen Jahresumsatz von sechs bzw. fünf Milliarden Euro. Wenn aber der Patentschutz ausläuft, sinkt der Umsatz erfahrungsgemäß innerhalb von drei Wochen um 90 Prozent, so Viehbacher. Mithilfe von Genzyme werde der Konzern großenteils neu aufgestellt.

Übrigens war der Name „Aventis“ im Jahr 1999 kreiert worden, als die Hoechst AG mit Rhône-Poulenc fusionierte. Nachdem das französische Unternehmen Sanofi-Synthelabo im Jahr 2004 Aventis erworben hatte, firmiert es als Sanofi-Aventis.


Dr. Wolfgang Caesar