PKV Bilanz 2010

Privatkassen mit solidem Geschäft

Berlin - 30.03.2011, 14:16 Uhr


Die privaten Krankenkassen (PKV) können auf ein insgesamt zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2010 zurückblicken. Das PKV-Neugeschäft stabilisierte sich. Zusatzversicherungen legten zu und die Kostendynamik schwächte sich leicht ab.

„Die PKV ist für immer mehr Menschen in diesem Land das Versicherungssystem der Wahl. Das galt auch 2010 – trotz der Bremsspuren der Gesundheitsreform von Ulla Schmidt. Deren Regelungen wie die Drei-Jahres-Wartefrist für Arbeitnehmer, die in die PKV wechseln wollten, waren noch bis Jahresende in Kraft“, erklärte der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Reinhold Schulte, bei der Vorstellung der vorläufigen Branchenzahlen für das Geschäftsjahr 2010 in Berlin.

Insgesamt waren in der PKV zum Jahresende 8,9 Millionen Menschen vollversichert, ein Plus von 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Netto-Neuzugang betrug mit 84.700 Personen zwar nur knapp die Hälfte des Zugangs im Vorjahr. Der verhältnismäßig hohe Neuzugang im Jahr 2009 beruhte aber vor allem auf einem Sondereffekt: Zum Jahresanfang trat eine allgemeine Pflicht zur Versicherung in Kraft und führte dazu, dass Tausende vormals Unversicherte eine private Krankenversicherung abgeschlossen haben.

Die Alterungsrückstellungen in der PKV erhöhten sich bis Jahresende auf insgesamt rund 155 Milliarden Euro (plus 6,7 Prozent). Sie verteilten sich mit 133,5 Milliarden Euro auf die Krankenversicherung (plus 6,9 Prozent) und mit 21,5 Milliarden Euro auf die Pflegeversicherung (plus 5,4 Prozent). „Damit zeigt sich ein weiteres Jahr in Folge, dass unser nachhaltiges Prinzip der Kapitaldeckung auch in den Nachwehen der Bankenkrise gut und stabil funktioniert“, erklärt Schulte.

Solides Wachstum gab es auch bei der Zusatzversicherung: 2010 wurden 427.800 neue Verträge abgeschlossen, sodass zum Jahresende 21,9 Millionen Zusatzversicherungen bestanden (plus 2,0 Prozent). Vor allem die Pflegezusatzversicherung verzeichnete einen großen Zuwachs um 201.700 Personen (plus 13,4 Prozent).

Die Beitragseinnahmen in der Kranken- und Pflegeversicherung stiegen 2010 auf 33,3 Milliarden Euro (plus 5,8 Prozent). Die ausgezahlten Versicherungsleistungen erhöhten sich in der Krankenversicherung auf 21,20 Milliarden Euro (plus 3,7 Prozent). Damit hat sich die Kostenentwicklung im Vergleich zum Vorjahr leicht abgeschwächt (2009: plus 4,6 Prozent). Sie liegt aber noch immer deutlich über der allgemeinen Preissteigerung. In der privaten Pflegeversicherung stiegen die Leistungen auf 0,72 Milliarden Euro (plus 7,8 Prozent).


Lothar Klein