Krankenstand

Junge Arbeitnehmer doppelt so häufig krank

Berlin - 15.02.2011, 11:34 Uhr


Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) stagnierte der Krankenstand im Jahr 2010. Während etwa Atemwegserkrankungen seltener zu einer Krankschreibung führten, sorgten psychische Störungen abermals für zunehmende Fehlzeiten.

Während es vor allem bei Atemwegserkrankungen einen deutlichen Rückgang bei den Krankschreibungen gab, war bei den psychischen Störungen abermals ein Zuwachs zu verzeichnen. Binnen eines Jahres sind bei der TK die Fehlzeiten durch psychische Diagnosen um fast 14 Prozent gestiegen.

Auffällig in der TK-Statistik ist zudem, dass jüngere Beschäftigte zwischen 15 und 25 Jahren mit knapp zwei Krankschreibungen im Jahr etwa doppelt so häufig arbeitsunfähig waren wie ihre älteren Kolleginnen und Kollegen. Allerdings nimmt die durchschnittliche Dauer eines Arbeitsausfalls mit steigendem Alter kontinuierlich zu. Während eine Krankschreibung unter den jüngsten Beschäftigten zwischen 15 und 19 Jahren im Mittel knapp sechs Tage dauert, sind es bei den über 55-Jährigen fast 19 Tage. Hauptgrund für die längeren Falldauern in den älteren Altersgruppen ist laut TK das mit zunehmendem Alter häufigere Auftreten schwererer Krankheiten.

Gudrun Ahlers, Expertin für betriebliches Gesundheitsmanagement bei der TK, erläuterte: „Krankheiten wie Rückenschmerzen, Herz-Kreislauf-Beschwerden und psychische Störungen, die erfahrungsgemäß sehr langwierig sind, treten bei älteren Erwerbstätigen häufiger auf. Allerdings stellen wir auch bei jüngeren Beschäftigten in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg von Krankschreibungen aufgrund psychischer Diagnosen fest."

Deutliche Unterschiede bei der Häufigkeit und Dauer der Krankschreibungen gab es auch zwischen den einzelnen Bundesländern. Die geringsten Fehlzeiten gab es 2010 in Baden-Württemberg mit durchschnittlich 9,9 Tagen, Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern waren mit 15,5 Tagen je Beschäftigtem am längsten arbeitsunfähig.


Kirsten Sucker-Sket