Schwangerschaft

Stress fördert das Plazentawachstum

19.01.2011, 10:02 Uhr


Erfährt die Mutter während der Schwangerschaft starken emotionalen oder körperlichen Stress, vergrößert sich die Plazenta. Die Auswirkungen für das ungeborene Kind sind zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

Eine Forschergruppe aus Basel, Dänemark und den USA analysierte Daten aus über 78.000 Geburtenprotokollen, die im Rahmen einer groß angelegten Studie in Dänemark geführt wurden. Der besondere Fokus der Wissenschaftler lag auf dem Stresslevel der schwangeren Frauen in der 30. Schwangerschaftswoche und der Plazentagröße, die im Anschluss an die Geburt bestimmt wurde. Den Stresslevel konnten die Frauen bei einer Befragung mit Hilfe einer Stressskala in verschiedene Schweregrade einteilen. Die Skala umfasste unter anderem Belastungen durch finanzielle Notsituationen, Krisen in der Partnerschaft oder Erkrankungen von nahen Verwandten.

Marion Tegethof und ihren Kollegen fiel auf, das die Plazenta "gestresster" Mütter um einige Gramm schwerer war, als die Plazenta ausgeglichener Mütter. Der Unterschied zu fast 670 Gramm Plazentagewebe als Norm war zwar nicht herausragend, aber die Tendenz des Plazentawachstums unter Stress eindeutig gegeben. Inwieweit sich die vergrößerte Plazenta, die das Kind ausreichend mit Nährstoffen versorgt, auf die Geburt und die nachfolgenden Lebensjahre auswirken kann, muss in weiteren Studien geklärt werden.

Quelle: Tegethof, M. et al.: PLoS ONE, DOI: 10.1371/journal.pone.0014478


Simone Kruse/DAZ