Teil II: Zukunftsforschung - Denken in Zukünften
Eine Serie von Malte W. WilkesDrei einfache Worte sind es, die jeden Menschen besonders tief berühren: Geburt, Tod – Zukunft. Und bei allen dreien ist immer ein inniger Wunsch damit verbunden: Möge es doch gut gehen. Nicht umsonst hat der Mensch schon vor dem homo sapiens neanderthalensis immer einen besonderen Blick auf die Zukunft geworfen. In Trance tanzende Schamanen, hellseherische Deuter, respektheischende Handleser sind die archaischen Zukunftsforscher gewesen und sind es vielfach bis heute. Doch was ist Zukunft? Strenggenommen bezeichnet Zukunft die Zeit, die subjektiv gesehen der Gegenwart folgt. Doch kein Licht erhellt dadurch das Dunkel. Wir starren weiter ins bedrohende Leere. Ist ein Apotheker schon zukunftsorientiert, wenn er danach fragt, ob Franchiseketten – die schon existieren – eine große Zukunft haben? Verhält er sich dann nicht eher wie ein Indianer, der sein Ohr auf die Schienen legt und es rumpeln hört? Der Zug kommt bald, aber man sieht ihn noch nicht. Das gilt für Eigenmarkendiskussionen oder Betriebstypeneinschätzungen. Lupe statt Fernrohr. Praktisch Tagesgeschäft.