Wege aus der Depression
Wenn pharmakogenetische Besonderheiten eine antidepressive Therapie ins Leere laufen lassenVon Daniel Schmidt und Stephanie Läer, Düsseldorf
Präparatewechsel, Dosiserhöhung, eine Odysse von Arzt zu Arzt und immer noch keine Besserung: das lässt gerade Patienten, die unter Depressionen leiden, verzweifeln. Da lohnt es sich, die verordneten Antidepressiva genauer unter die Lupe zu nehmen und nachzuschauen, wie sie metabolisiert werden. Denn unter ihnen befinden sich Vertreter, die über das Cytochrom-P450-System verstoffwechselt werden und hier gibt es bekanntlich viele Fallstricke. Ultraschnelle Metabolisierer für das Enzym CYP2D6 werden Probleme haben, ausreichend hohe Wirkspiegel von Mianserin und Paroxetin aufzubauen, weil beide Arzneistoffe sehr schnell über CYP2D6 abgebaut werden. Mit einer Genotypisierung können solche Patienten identifiziert und vor einer wirkungslosen Therapie geschützt werden.