Teil 1 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen*
Von Jean-Baptist du Prel, Bernd Röhrig, Maria Blettner
Viele Ärzte haben heute trotz einer zunehmenden Publikationsflut immer weniger Zeit zum Lesen wissenschaftlicher Veröffentlichungen. Die Auswahl, Lektüre und kritische Beurteilung von Publikationen ist aber notwendig, um auf dem aktuellen Kenntnisstand zu bleiben. Diese Forderung ergibt sich auch aus den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin [1, 2]. Neben medizinisch-inhaltlichen Aspekten sind zum Verständnis und zur Bewertung auch Kenntnisse der statistischen Methodik notwendig. Leider werden selbst in der Wissenschaft nicht alle Begriffe immer richtig verwendet. So hat der Begriff "Signifikanz" eine Inflation durch zu häufigen Gebrauch erfahren, weil signifikante (beziehungsweise positive) Ergebnisse leichter publiziert werden [3, 4]. Ziel dieses Artikels ist es, wesentliche Prinzipien der Beurteilung wissenschaftlicher Veröffentlichungen darzustellen. Diese Prinzipien gelten mit Ausnahme einiger studienspezifischer Besonderheiten gleichermaßen für experimentelle, klinische und epidemiologische Studien. Anhand der Literaturangaben ist eine Vertiefung in die Thematik möglich.
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Nachdruck aus: Dtsch Arztebl Int 2009;106(7):100–5.
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0100.