Die Halbwertsdauer – ein vergessener Parameter
Pharmakokinetische Kriterien für die Qualität von Opioid-RetardformulierungenVon Kuno Güttler
Vor 35 Jahren kreierten wissenschaftliche Mitarbeiter von Sandoz Ltd. den Begriff Halbwertsdauer (HWD) als In-vivo-Kriterium für die Qualität von Retardformulierungen. Sie definierten die HWD als die Zeitdauer, in der die Plasmakonzentration über der Hälfte der maximalen Konzentration (≥ 50 % Cmax) liegt. In der Folgezeit wurde die HWD fast vergessen. Die HWD wird in keinem Lehrbuch für Medizinstudenten behandelt. Im Fach-Info-Service der Roten Liste finden sich meist die Tmax -, teilweise die PTF-Werte (Peak Trough Fluctuation), aber nie ist die HWD angegeben. Dabei sind heutzutage gerade alle drei Parameter für die Beurteilung von Retardformulierungen unerlässlich. Das zeigt der Einsatz von Opioid-Retardpräparaten bei Patienten mit chronischen Schmerzen.