AWB zwischen Forschung und Marketing
Vorschläge zur Verbesserung der Rahmenbedingungen von AnwendungsbeobachtungenVon Christian Behles und Harald G. Schweim
Kürzlich meldete die Kassenärztliche Bundesvereinigung, dass sie im Jahre 2008 rund 85.000 Fälle von Beteiligungen an Anwendungsbeobachtungen (AWB) registriert habe und dass die Ärzte dafür ein Extrahonorar von bis zu 1000 Euro je Patient kassiert haben sollen – ohne Wissen der Patienten. Der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kritisierte die AWB sogleich als "legale Form der Korruption", und "Bild" kommentierte: "Pharmafirmen schmieren Ärzte." Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller verteidigte umgehend die AWB als "ein unverzichtbares Instrument der Arzneimittelforschung". Nun fragen sich die Autoren, ob die Ärzte korrupt und "geschmiert" sind oder ob sie sich an Forschungen zum Wohl ihrer Patienten beteiligen.