Wirbel um Arzneimitteltests in der DDR
Spiegel prangert an – nun soll aufgeklärt werden
BERLIN (jz). Bereits im Juni 1991 berichtete der "Spiegel" über schmutzige Geschäfte des SED-Regimes mit westlichen Pharmakonzernen. Nun schlägt ein Bericht in seiner aktuellen Ausgabe mediale Wellen: Erneut geht es um Arzneimitteltests in der DDR. Das Ausmaß soll danach größer sein als bisher angenommen. Westliche Pharmaunternehmen sollen bis zum Mauerfall in mehr als 50 ostdeutschen Kliniken hunderte Arzneimittelstudien an über 50.000 Patienten in Auftrag gegeben haben – oft ohne Wissen der Probanden und teilweise mit tödlichem Ausgang. Das Nachrichtenmagazin beruft sich dafür auf bislang unbekannte Akten aus medizinischen Privatarchiven, aus Beständen des DDR-Gesundheitsministeriums und der Stasi.