Gesundheitspolitik

Geldsegen durch Bürgertests

ks | Mit den Bürgertests hat so mancher lukrative Geschäfte gemacht. Die Politik wollte den Menschen unkompliziert kostenlose Coronatests ermöglichen – für die Steuerzahler wurde das teuer. 12 Mrd. Euro nahm der Staat in die Hand, nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung bescherte dies auch den für die Abrechnung zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen einen Geld­segen. Sie dürfen 2,5 bzw. zeitweilig sogar 3,5 Prozent des Abrechnungsbetrags als Verwaltungskosten einbehalten. Auf diese Weise hätten die KVen bundesweit bisher rund 350 Mio. Euro eingenommen, heißt es in dem Bericht. Beispiel Niedersachsen: Dort habe die KV auf Nachfrage eingeräumt, für die Abwicklung der Tests im zurückliegenden Jahr 25 Mitarbeiter beschäftigt zu haben. Veranschlage man großzügig für jeden Mitarbeiter Lohn- und Nebenkosten von 100.000 Euro pro Jahr, habe die KV nicht mehr als 3 Mio. Euro ausgegeben, rechnen die Journalisten vor. Gleichzeitig kassierte sie aber 30 Mio. Euro Verwaltungspauschalen. „Ob das zu viel ist, kann ich nicht beantworten“, sagte dazu ein KV-Sprecher. „Aber wir werden das Geld nicht zurückerstatten.“ Man habe die Überschüsse sinnvoll „geparkt“, um damit Arztsitze in ländlichen Regionen zu fördern. |

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