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Neuigkeiten zu SARS-CoV-2

mab | Erste Daten aus England lassen hoffen: Personen, die einmal gegen SARS-CoV-2 geimpft wurden, sind nicht nur selbst vor Infektionen geschützt, sondern verbreiten auch mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit die Viren auf andere im Haushalt lebende Personen.
Grafik: GEMINI – stock.adobe.com

Wir haben im Folgenden die wichtigsten Meldungen der vergangenen Woche für Sie zusammengefasst.

Schon nach 1. Impfung deutlich weniger Übertragungen

Bisher war unklar, inwiefern geimpfte Personen möglicherweise trotz Immunisierung zur Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 beitragen. Eine noch nicht begutachtete Studie des Public Health England liefert diesbezüglich neue Erkenntnisse: Bei der Studie wurden 24.000 Haushalte, in denen mindestens eine Person mit SARS-CoV-2 infiziert war und die mit 57.000 Personen ohne bestehende Infektion Kontakt hatten, gegen eine Million Kontakte von Nichtgeimpften verglichen. Es zeigte sich, dass drei Wochen nach der ersten Impfdosis mit der Vakzine von AstraZeneca oder Biontech/Pfizer das Virus um 38 bis 49% weniger wahrscheinlich übertragen wurde als bei den Nichtgeimpften. Dieser schützende Effekt konnte bereits zwei Wochen nach der ersten Immunisierung unabhängig vom Alter des Geimpften oder der Kontaktperson gesehen werden [Pressemitteilung des PHE, 26. April 2021].

Remdesivir zehnfach potenter dank Hepatitis-C-Wirkstoffen

Remdesivir ist das bisher einzige zugelassene Virustatikum bei COVID-19 und inhibiert als Nukleosid-Analogon die RNA-Polymerase von SARS-CoV-2. Die Wirksamkeit ist jedoch stark begrenzt, sodass das Arzneimittel aktuell kaum eingesetzt wird. Neben der RNA-Polymerase benötigt SARS-CoV-2 jedoch noch weitere Enzyme, um sich replizieren zu können. Amerikanische Forscher haben vor Kurzem entdeckt, dass eines dieser Enzyme, die sogenannte Hauptprotease von SARS-CoV-2, strukturell eng verwandt mit der Protease der Hepatitis-C-Viren ist. Schnell kam der Gedanke auf, ob bereits zugelassene Hepatitis-C-Protease-Hemmer auch zur Replikationsunterdrückung von SARS-CoV-2 eingesetzt werden könnten. Und tatsächlich: In Zellkulturversuchen inhibierten sieben der zehn getesteten Hepatitis-C-Wirkstoffe die Hauptprotease von SARS-CoV-2. Und noch etwas anderes fiel den Forschern auf: Grazo­previr (Zepatier®) und die drei in Deutschland nicht erhältlichen Wirkstoffe Simeprevir (Olysio®), Vaniprevir (Vanihep®) und Paritaprevir (Viekirax®) inhibierten noch eine weitere Protease von SARS-CoV-2, die sogenannte Papain-Like-Protease. Dadurch konnte die Wirkung von dem ebenfalls in die Replikation von SARS-CoV-2 eingreifenden Remdesivir im Zellversuch um den Faktor 10 verstärkt werden. Bevor die oral angewandten Wirkstoffe jedoch zum breiten Einsatz kommen, müssen weitere klinische Studien erfolgen, die auch die Sicherheit einer solchen Kombinationstherapie untersuchen müssen.

Daneben forscht auch das Pharmaunternehmen Pfizer an einem ähnlichen Therapieansatz gegen COVID-19: PF-07321332 ist ein potenter 3CL-Protease-Hemmstoff, der aktuell in einer Phase-I-Studie an gesunden Erwachsenen bezüglich seiner Sicherheit und Verträglichkeit getestet wird [Bafna K et al. Cell Reports 2021. doi: 10.1016/j.celrep.2021.109133 und Pressemitteilung Pfizer, 23. März 2021].

Zulassung für Jugendliche beantragt

Wie das Unternehmen Biontech/Pfizer in einer Pressemitteilung bekannt gibt, hat es einen Zulassungsantrag für die Indikationserweiterung des mRNA-Impfstoffs für Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eingereicht. Gegenüber dem „Spiegel“ gibt Biontech-Gründer Uğur Şahin an, dass er Anfang Juni mit dem Impfstart der Jugendlichen rechnet. Der Zulassungsantrag für jüngere Kinder soll dann im September folgen. Grundlage des Zulassungsantrags für Jugendliche stellen die Ergebnisse der Phase-III-Studie dar, in der an 2260 Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren die Vakzine erfolgreich getestet worden war. Comirnaty® war bei den Getesteten zu 100% wirksam und hatte eine robuste Antikörper-Antwort hervorgerufen [Pressemitteilung Biontech/Pfizer, 30. April 2021].

Baricitinib im beschleunigten Bewertungsverfahren der EMA

Wie die europäische Arzneimittelbehörde nun bekannt gegeben hat, befindet sich Baricitinib (Olumiant®) aktuell in einem beschleunigten Bewertungsverfahren zur Behandlung von hospitalisierten COVID-19-Patienten, die Sauerstoff benötigen. Der Januskinase-Inhibitor wird in der EU bereits bei Patienten mit rheumatoider Arthritis oder atopischer Dermatitis eingesetzt. Aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung vermutet man einen positiven Effekt bei schwer erkrankten COVID-19-Patienten. Neben den vom Hersteller übermittelten Daten wertet der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) auch die Daten von zwei großen randomisierten klinischen Studien an COVID-19-Patienten aus [Pressemitteilung der EMA, 29. April 2021].

Kürzerer Impfabstand bei Krebspatienten?

Aktuell empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO einen Impfabstand von sechs Wochen bei den mRNA-Impfstoffen sowie einen Abstand von zwölf Wochen, wenn die erste Immunisierung mit dem AstraZeneca-Impfstoff erfolgt ist. Dass gegebenenfalls eine Abweichung von dieser Empfehlung für einzelne Patientengruppen sinnvoll wäre, zeigen die Studiendaten von geimpften Krebspatienten. Französische Forscher haben dazu die Antikörpertiter von gesunden und Tumorpatienten jeweils drei bis vier Wochen nach der ersten und zweiten Impfung untersucht. Sie konnten zeigen, dass erst nach der zweiten Dosis bei 95% der geimpften Krebspatienten induzierte Antikörper nachweisbar waren. Bei den Gesunden war das bereits nach der ersten Dosis der Fall. Die Ergebnisse werden von einer weiteren Studie aus Großbritannien gestützt: Hier empfehlen die Wissenschaftler, die zweite Impfung bei Krebspatienten bereits nach drei anstatt nach sechs Wochen durchzuführen, um diese besonders vulnerable Patientengruppe ausreichend zu schützen [Barrière J et al. Ann Oncol 2021. doi: 10.1016/j.annonc.2021.04.019 und Monin L et al. The Lancet Oncology 2021. doi: 10.1016/S1470-2045(21)00213-8]. |

 

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