Prisma

Umweltfreundliche Rinder

Futterzusatz senkt Methanproduktion

Foto: malp – stock.adobe.com

us | Durch ihren hohen Methanausstoß tragen Rinder maßgeblich zur Erwärmung der Atmosphäre bei. Bakterien in ihrem Pansen sind verantwortlich für die Bildung des klimaschädlichen Gases. Durch die Bildung von Methan geht den Rindern außerdem ein Teil der Futterenergie verloren. Agrarwissenschaftler der University of California berichten nun von einem natürlichen Futterzusatz, der die Methanproduktion durch Rinder senken kann. In einem Versuch teilten sie 20 Jungbullen auf drei Gruppen auf. Eine Gruppe diente als Kontrollgruppe und erhielt normales Futter, die anderen erhielten in ihrem Futter entweder 0,25% oder 0,5% getrocknete Rotalgen (Asparagopsis taxiformis), die vor der australischen Ostküste gesammelt worden waren. Über knapp fünf Monate analysierten die Forscher die Gasemissionen und Futteraufnahme der Rinder. Danach wurden die Tiere geschlachtet und zu Steaks verarbeitet, die schließlich verkostet wurden. Auf den Geschmack und die Fleischqualität hatte der Algenzusatz keinen Einfluss. Dafür aber auf die Menge an Methan. Im Vergleich zur Kontrollgruppe produzierten die mit Algen gefütterten Tiere 45% bzw. 68% weniger Methan. Gleichzeitig reduzierten die Tiere der Algen-Gruppen ihre Futteraufnahme um 8% bzw. 14%, ohne dass sich ihre Gewichtszunahme von der Kontrollgruppe unterschied. Das deutet auf eine effizientere Futterverwertung hin. Rotalgen enthalten halogenierte Methane (z. B. Bromoform), die als Hemmstoffe der bakteriellen Methanproduktion bekannt sind. In den Fleischproben wiesen die Forscher zwar leicht ­erhöhte Iod-Konzentrationen nach, ­Bromoform fanden sie jedoch nicht. Algen haben damit das Potenzial, die Fleischproduktion effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten, ohne die Fleischqualität zu beeinträchtigen. |

Literatur

Roque BM et al. Red seaweed (Asparagopsis taxiformis) supplementation reduces enteric methane by over 80 percent in beef steers. PLoS One 2021, 17;16(3):e0247820. doi: 10.1371/journal.pone.0247820

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