Wirtschaft

Hohe Kosten für Impfstoffe

GKV-Arzneimittelausgaben im Oktober 2021

ks | Nach dem Pandemie-Jahr 2020 mit seinen monatlich ex­tremen Schwankungen steigen die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Arzneimittel 2021 wieder recht kontinuierlich. Dabei waren die Ausschläge in diesem Jahr besonders hoch, wenn die Ausgaben im Vorjahresmonat sehr niedrig waren. Bemerkbar macht sich auch, dass die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel im zweiten Halbjahr 2021 von 19 auf 16 Prozent abgesenkt war.

Nach den aktuellen Frühinformationen des Deutschen Apothekerverbands (DAV) haben sich die GKV-Arzneimittelausgaben (ohne Impfstoffe) im Oktober 2021 um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat erhöht – von 3,64 auf 3,86 Mrd. Euro. Die Rezeptzahlen stiegen gleichzeitig um 1,3 Prozent. Hierbei sei zu berücksichtigen, dass der Oktober 2021 einen Arbeitstag weniger hatte als der Oktober 2020. Betrachtet man den gesamten Zehn-Monatszeitraum des Jahres 2021, liegt das Wachstum bei den Arzneimittelausgaben bei nunmehr 10,0 Prozent (auf gut 37 Mrd. Euro). Die Rezeptzahl nahm um 1,5 Prozent ab. Die Einsparungen durch Rabattverträge sind dabei nicht berücksichtigt.

Die GKV-Ausgaben für Impfstoffe legten im Oktober um satte 76,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. In absoluten Zahlen heißt das einen Sprung von 188,81 Mio. Euro im Oktober 2020 auf 334,07 Mio. Euro im Oktober 2021. Diese Entwicklung dürfte laut DAV auf die Gruppe der Grippeimpfstoffe zurückzuführen sein.

Efluelda dreimal so teuer wie übliche Grippevakzine

Auf Grundlage der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollen Menschen ab 60 Jahren in dieser Grippesaison vorzugs­weise mit dem Hochdosisimpfstoff Efluelda immunisiert werden – und der ist etwa dreimal so teuer wie die üblichen Grippevakzine. Erste Hintergrundanalysen zeigten, dass der Wechsel zum Hoch­dosisimpfstoff im September 2021 zu Mehrausgaben von rund 70 Mio. Euro geführt habe, so der DAV. Das entspreche in etwa dem Anstieg der gesamten Impfstoffausgaben in diesem Monat. Für den Zeitraum Januar bis Oktober 2021 beläuft sich der durchschnittliche Zuwachs der GKV-Ausgaben für Impfstoffe auf 11,7 Prozent. |

Das könnte Sie auch interessieren

DAV-Frühinformationen August

GKV-Arzneimittelausgaben steigen wieder

GKV-Arzneimittelausgaben im Februar 2021

Erneut sinkende Rezeptzahlen bei steigenden Ausgaben

GKV-Arzneimittelausgaben im März 2022

Rezeptzahl steigt langsam an

GKV-Arzneimittelausgaben im Oktober

Höhere Ausgaben für Arzneimittel, weniger Rezepte

Abgesenkte Mehrwertsteuer mit dämpfendem Effekt

Arzneiausgaben steigen

GKV-Ausgabenentwicklung im November 2020

Steigende Arzneimittelausgaben bei fallender Rezeptzahl

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.