Gesundheitspolitik

Kommentar: Kein Geld für die Apotheken

Christine Ahlheim

Es ist eine herbe Enttäuschung: Die am heutigen Montag in Kraft getretene neu gefasste Corona­virus-Impfverordnung sieht keine Anpassung der Honorierung für die Versorgung mit COVID-19-Impfstoffen vor. Das bedeutet, dass die Apotheken weiterhin mit 6,58 Euro je Vial abgespeist werden. Dabei hatte es eigentlich so ausgesehen, als wollte das Bundesgesundheitsministerium den Apothekern entgegenkommen: Die ABDA sollte eine Aufstellung darüber vorlegen, wie groß der Aufwand tatsächlich ist. Doch genützt hat es leider nichts. Der von der ABDA ermittelte Aufwand pro Vial von mehr als 18,08 Euro fand keinen Eingang in die Impfverordnung.

Damit werden die Apotheken ein weiteres Mal brüskiert: Die Verweigerung einer angemessenen Bezahlung für die Impfstoffversorgung reiht sich nahtlos ein in die Honorarkürzung bei den FFP2-Masken sowie die angekündigte – bei Redak­tionsschluss der AZ noch nicht vollzogene – Absenkung der Schnelltestvergütung.

Neben der Missachtung dessen, was die Apotheken bei der Versorgung mit den COVID-19-Impfstoffen leisten, ist besonders ärgerlich, dass an anderer Stelle die Gelder buchstäblich verschleudert werden. Man möchte gar nicht wissen, welch gigan­tische Summen an unseriöse Maskenhändler und Testanbieter geflossen sind, nur weil das Bundesgesundheitsministerium nicht in der Lage war, auch unter Zeitdruck Gesetzestexte wasserdicht zu formulieren.

Gesundheitsminister Spahn brüstet sich derweil damit, dass die Pflegekräfte, nicht zuletzt aufgrund ihrer Leistungen in der Pandemie, besser bezahlt werden sollen. Für die Apothekeninhaber und -mitarbeiter gilt das leider nicht.

Dr. Christine Ahlheim

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