Therapien im Gespräch

60 Jahre „Pille“

Ein Update rund um die hormonelle Kontrazeption

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du | Die Pille ist 60 Jahre alt geworden. Vor 60 Jahren ist es erstmals gelungen, durch Kombination von Hormonen die Ovulation zu hemmen und damit eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. „Eine pharmakologische Meisterleistung.“ So sieht das die Fachärztin für Frauenheilkunde, Prof. Dr. Doris Maria Gruber, die in einem Themenschwerpunkt in der DAZ die Weiterentwicklung der hormonellen Kontrazeptiva bis heute vorgestellt hat (DAZ 47, S. 48). Diese Meisterleistung, so ihr Fazit, habe wesentlich zur Frauengesundheit in den letzten Jahrzehnten beigetragen und den Frauen nicht nur Angst und Schrecken vor ungewollten Schwangerschaften genommen, sondern habe auch viele Schwangerschaftsabbrüche verhindert. Allerdings haben sich im Laufe der Anwendungszeit auch zunehmend die Schattenseiten der hormonellen Kontrazeption herauskristallisiert. Zu nennen sind hier u. a. das Thromboembolierisiko in Abhängigkeit von der hormonellen Zusammensetzung, aber auch die sich zunehmend thematisierte Problematik von Depressionen vor allem bei Einnahmebeginn in jungen Jahren. Umso wichtiger ist es, das Nutzen-Risiko mit jeder Frau individuell zu ermitteln. Frau Prof. Gruber empfiehlt, Anwenderinnen eine Information auszuhändigen und diese den Empfang gegebenenfalls auch schriftlich bestätigen zu lassen. Auch bei Ovulationshemmern kann man zwischen absoluten und relativen Kontraindikationen unterscheiden, wobei die Grenzen fließend sein können. Die Schwangerschaft gilt als absolute Kontraindikation.

60 Jahre später wird „die Pille“ nicht mehr nur zur Verhütung eingesetzt. So sind Cyproteron-haltige hormonale Kontrazeptiva indiziert bei Akne und Hirsutismus bei erhöhter Androgenempfindlichkeit, Dienogest wird bei Endometriose eingesetzt. Zudem gibt es ein breites Spektrum von Darreichungsformen, die eine Langzeitverhütung ermöglichen. (DAZ 47, S. 56) |

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