Arzneimittel und Therapie

Kein erhöhtes Hautkrebsrisiko

Lokal angewendete Calcineurin-Inhibitoren sind unbedenklich

mab | Reichen topische Glucocorticoide bei der Behandlung der atopischen Dermatitis nicht mehr aus, werden kurzfristig die topischen Calcineurin-Inhibitoren Tacrolimus (z. B. Protopic®) und Pimecrolimus (Elidel®) eingesetzt. In der Vergangenheit wurde bei einigen Patienten über maligne Veränderungen der Haut unter diesen beiden Wirkstoffen berichtet. Forscher um Maryam M. Asgari aus Kalifornien wollten diesen Aspekt noch einmal genauer unter die Lupe nehmen und haben dafür 93.764 Patienten mit Neurodermitis im durchschnittlichen Alter von 58,5 Jahren in einer retrospektiven Kohortenstudie untersucht. Die Patienten wurden entweder mit topischen Calcineurin-Inhibitoren, topischen Glucocorticoiden oder mit keinem von beiden behandelt. Insgesamt wurde bei 7744 Patienten eine maligne Veränderung der Keratino­zyten in Form eines Basalzellkarzinoms oder Plattenepithelkarzinoms diagnostiziert. Dabei konnte kein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines dieser Tumoren und der Anwendung topischer Calcineurin-Inhibitoren im Vergleich zu lokal angewandten Glucocorticoiden gesehen werden (Hazard Ratio [HR] = 1,02, 95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,93 bis 1,13). Auch im Vergleich zu den nicht exponierten Personen war das Risiko für Hauttumoren ähnlich hoch (angepasste HR = 1,04; 95%-KI: 0,91 bis 1,19). Weiterhin spielte auch die angewandte Dosis, Häufigkeit und Dauer der Calcineurin-Inhibitoren-Therapie keine Rolle bei der Entwicklung eines Hauttumors. Die Studienautoren schließen daraus, dass diese Cremes bei atopischer Dermatitis bedenkenlos angewendet werden können. |

Literatur

Asgari M et al. Association Between Topical Calcineurin Inhibitor Use and Keratinocyte Carcinoma Risk Among Adults With Atopic Dermatitis. JAMA 2020. doi:10.1001/jamadermatol.2020.2240

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