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Abstand halten!

Weniger COVID-19-Fälle durch Social Distancing

Eine internationale Arbeitsgruppe ermittelte die Korrelation zwischen verschiedenen Möglichkeiten, körperliche Distanz zu wahren, und dem Auftreten neuer SARS-CoV-2-Infektionen. Lockdowns wie etwa die Schließung von Schulen und die Einschränkung von Massenversammlungen verringern die Zahl neuer COVID-19-Fälle.
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Eine pragmatische Empfehlung zur Verringerung von SARS-CoV-2-Infektionen ist das Einhalten ausreichender Distanz. Die wissenschaftliche Auswertung dieses Vorgehens oblag nun einer interdisziplinären Arbeitsgruppe. Sie analysierten Daten aus 149 Ländern oder Regionen, in denen im ersten Halbjahr 2020 verschiedene Maßnahmen zur Abstandsregelung eingeführt wurden. Darunter zählen die Schließung von Schulen, das Fernbleiben von Arbeitsplätzen, das Einschränken von Massenversammlungen, die Restriktion der persönlichen Bewegungsfreiheit sowie Einschränkungen beim öffentlichen Verkehr. Im Durchschnitt führte die Implementierung jeder dieser Maßnahmen zu einer Reduktion der COVID-19-Inzidenz um 13%. Einschränkungen beim öffentlichen Verkehr ergaben keinen zusätzlichen Benefit, wenn die anderen Maßnahmen eingehalten wurden. Wahrscheinlich, weil weniger Menschen öffentliche Verkehrsmittel nutzen, so eine Erklärung der Autoren. Betrachtet man die Korrelation zwischen der Zeit bis zur Umsetzung der Maßnahmen und der COVID-19-Inzidenz, so zeigt sich, dass eine frühe Implementierung der Lockdown-Maßnahmen die Inzidenz stärker senkte als die spätere Umsetzung.

Diese Ergebnisse könnten zukünftige politische Entscheidungen untermauern, wenn es darum geht, aufgrund einer Epidemie oder Pandemie Maßnahmen zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit einzuführen oder die Schließung von Schulen und Arbeitsplätzen anzuordnen, so die Autoren. |

Literatur

Islam N et al. Physical distancing interventions and incidence of coronavirus disease 2019: natural experiment in 149 countries. BMJ 2020;370:m2743

Apothekerin Dr. Petra Jungmayr

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