Apotheke und Markt

Gemeinsam füreinander da sein

Soziales Engagement in Zeiten von Corona

hvf | Die weltweite Corona-Pandemie stellt für die Gemeinschaft eine so wohl noch nie dagewesene Ausnahmesituation dar. Statt aber den Kopf in den Sand zu stecken, werden pharmazeutische Unternehmen, Dienstleister und Apotheken aktiv und unterstützen regional bis weltweit Projekte und Menschen im Kampf gegen SARS-CoV-2. Hier ein kleiner Auszug der großen Hilfsbereitschaft:

Die Apothekerkammer Berlin konnte durch die gute Zusammenarbeit mit dem Pharmagroßhändler Alliance Healthcare die lückenlose Belieferung aller 776 Apotheken in Berlin mit persönlicher Schutzausrüstung sicherstellen. Die Schutzausrüstung wurde zuvor zentral über den Senat von Berlin angefordert.

Die Noweda-Niederlassung in Essen stellt seit Ende April ihren großen Seminarraum der PTA-Schule zur Verfügung. Somit ist sichergestellt, dass die Ausbildung trotz strenger Hygiene­maßnahmen weitergeführt werden kann.

Um die bürokratischen Hürden zu verringern, sendet die Noventi automatisch alle Hilfsmittelrezepte mit Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch an die Apotheken zur Korrektur zurück. Die Erhöhung der Pflegehilfsmittel-Pauschale von 40 auf 60 Euro wird darüber hinaus durch Noventi vorfinanziert.

Desinfektionsmittel für alle

Der Mangel an Desinfektionsmitteln stellte im März viele Apotheken vor große Probleme. Durch Umstellung von Produktionsabläufen fingen verschiedene Pharmaunternehmen daher an, neben ihrem Standardsortiment auch Desinfektionsmittel herzustellen, so auch die Hevert-Arzneimittel GmbH & Co. KG. Ein Drittel der Produktion wurde an Seniorenheime, Pflegedienste oder andere städtische Einrichtungen in der Region Naheland (Rheinland-Pfalz) gespendet. Zusätzlich unterstützt die Hevert-Foundation mehrere Tafeln in Rheinland-Pfalz sowie die Tafel Berlin mit einer Gesamt-Geldspende von 3000 Euro sowie 260 Litern Desinfektionsmittel und 40.000 Warenproben von Vitamin D3-Präparaten.

Foto: Hevert-Arzneimittel

Spendenübergabe der Hevert-Arzneimittel GmbH & Co. KG: Bürgermeister und Büroleiter der Verbandsgemeinde Nahe-Glan freuen sich über 40 Kanister Desinfektionsmittel

Die Almirall Hermal GmbH aus Reinbeck (Schleswig-Holstein) spendete Desinfektionsmittel und Hautpflegeprodukte in Zusammenarbeit mit der Krankenhausapotheke des Reinbeker St. Adolf Stiftes an Ärzte sowie an ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen. Das Deutsche Rote Kreuz Rheinland-Pfalz erhielt von der Sebapharma GmbH & Co. KG ein Komplett-Paket an milden Reinigungsmitteln für die Hände und die dazu passende Pflege. Deutschlandweit unterstützten die zur LʼOréal-Gruppe gehörenden Marken Cerave und La Roche-Posay Apotheken sowie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen mit Händedes­infektionsmitteln, Reinigungsmitteln und Pflegeprodukten.

Foto: Almirall Hermal

Spendenübergabe der Almirall Hermal GmbH: Die Krankenhausapotheke des Krankenhauses Reinbek freut sich über Desinfektionsmittel und Pflegeprodukte.

Masken für den guten Zweck

Foto: Engelhard Arzneimittel

Apotheker Benjamin Leuffen gibt selbstgenähte Masken gegen eine freiwillige Spende ab.

Den Vorwürfen, die Apotheken würden sich am Verkauf von Schutzmasken bereichern, stellt Apotheker Benjamin Leuffen die Spende aller Einnahmen aus dem Maskenverkauf entgegen. In seiner Apotheke in Dormagen (Nordrhein-Westfalen) gibt er selbstgenähte Schutzmasken gegen eine freiwillige Spende ab. Das Pharmaunternehmen Engelhard besorgte die für seine Mitarbeiter benötigte Schutzausrüstung in der Apotheke und spendete 3000 Euro. Der Erlös ging an das Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland, das sich abseits der Corona-Pandemie um schwer erkrankte Kinder und ihre Familien kümmert, sowie an die Bürgerstiftung Dormagen, die ihrerseits Projekte für Familien, Umwelt, Bildung und Kultur unterstützt.

Die Menssana AG verschenkte 50.000 Masken an ihre langjährigen Partner-Apotheken. Die Care-Pakete beinhalteten zusätzlich noch folgende Produkte des auf Mikronährstoffe spezialisierten Unternehmens: Immuno akut, Probiotic 50+ und Kardiodrink.

„Aber glaubt mir, dass man Glück und Zuversicht selbst in Zeiten der Dunkelheit zu finden vermag. Man darf nur nicht vergessen ein Licht leuchten zu lassen.“

Albus Dumbledore

Engagement auf verschiedenen Ebenen

Die „drei Großen“ unter den globalen pharmazeutischen Unternehmen engagieren sich auf verschiedenen Ebenen im Kampf gegen Corona:

Roche entwickelte zwei Tests für die Diagnostik und untersucht in einer globalen Studie die Wirksamkeit des gegen rheumatoide Arthritis eingesetzten Antikörpers Tocilizumab auf die Symptomatik von Covid-19-­Erkrankungen.

Pfizer hat einen 5-Punkte-Plan aufgestellt. Das Unternehmen sichert den bedingungslosen Austausch von Information, die Bereithaltung von möglichen Produktionskapazitäten sowie die Unterstützung kleiner Betriebe in der Entwicklung zu. Intern hat Pfizer ein interdisziplinäres Expertenteam zusammengestellt, das sich ausschließlich dem Kampf gegen das Virus verschrieben hat. Darüber hinaus appelliert Pfizer an die Politik, ein industrieübergreifendes Team aus Wissenschaftlern, Klinikern und Technologie-Experten für die Zukunft aufzubauen. In Zusammenarbeit mit der deutschen Firma Biontech wird an einem mRNA-Impfstoff geforscht.

Der dritte im Bunde, Novartis, hat global einen Fonds in Höhe von 20 Millionen US-Dollar eingerichtet. In Deutschland wurde zusätzlich eine Millionen US-Dollar zur schnellen und unbürokratischen Unterstützung von gemeinnützigen Organisationen und staatlichen Einrichtungen bereitgestellt. Die Vergabe erfolgt anhand von Vorschlägen der eigenen Mitarbeiter, es gingen bereits 420.000 Euro an Tafel Deutschland e. V. Das Bundesministerium für Gesundheit erhielt 100.000 Atemschutzmasken zur Verteilung in Deutschland. Zusätzlich schloss man sich den zwei wichtigen branchenübergreifenden Initiativen an, dem COVID-19 Therapeutics Accelerator sowie der von der Innovative Medicines Initiative (IMI) organisierten COVID-19-­Partnerschaft.

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