Wirtschaft

Steter Tropfen höhlt den Stein

Ein Kommentar

Marius Penzel, Apotheker und DAZ-Volontär

Unternehmen nachhaltig auszurichten, ist im 21. Jahrhundert keine Randerscheinung mehr: Umweltbewusstsein ist salonfähig geworden. Doch das scheint sich in der Welt der Pharmazie nur bedingt widerzuspiegeln. Im Gegensatz zur Textil- und zur Lebensmittelindustrie besteht bei einem Großteil der Arzneimittel im globalisierten Markt oftmals gar nicht die Möglichkeit, diese aus völlig transparenten, geschweige denn nachhaltigen Quellen beziehen zu können. Zu Recht fragt man sich als Apotheker: Wo kann ich anfangen, um etwas zu verändern?

Eine Gemeinwohl-Bilanz dient als nützliches Werkzeug, sich bewusst zu machen, wie sich die Arbeit eines Unternehmens auf Gesellschaft und Umwelt auswirkt. Dieses „Bewusstmachen“ klingt nach einem kleineren Schritt als er in Wirklichkeit ist. Wenn eine solche Bilanz erstellt wird, arbeitet man die Punkte einer Gemeinwohl-Ökonomie wie einen Leitfaden ab – eventuell kooperiert man zusammen mit anderen Unternehmen. Dadurch entstehen automatisch viele Ideen, wie ohne große Mehrkosten klimafreundlicher gearbeitet werden kann. Davon profitiert nicht nur der Planet, sondern auch das Unternehmen selbst. Einen Betrieb vollkommen transparent zu beleuchten und erste kleine Schritte vorzunehmen, erfüllt die Mitarbeiter mit Stolz, etwas gemeinsam zu unternehmen. Gleichzeitig steigt so das Ansehen des Unternehmens in den Augen vieler Kunden und potenzieller Bewerber.

Auch in einer vergleichsweise kleinen Apotheke lässt sich dazu beitragen, die Welt für all ihre Bewohner etwas freundlicher zu gestalten. Auf der einen Seite kann man sich des Großen bewusst werden und auf der anderen Seite das Kleine umsetzen: Steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein. Der Weg der Wahl kann dabei „Gemeinwohl-Ökonomie“ lauten – er muss es aber nicht.

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