DAZ aktuell

Rechenzentren in der Corona-Krise

Was passiert, wenn Krankenkassen und Hersteller nicht mehr zahlen?

bro | Die Rechenzentren sehen in der Corona-Krise eine Gefahr für das gesamte Abrechnungssystem. Sowohl der Bundesverband Deutscher Apothekenrechenzentren (VDARZ) also auch die Noventi-Gruppe warnen vor ausbleibenden Zahlungen von Kassen und Herstellern.

Der VDARZ, dem insbesondere standeseigene Abrechner wie die ARZ Darmstadt GmbH, ARZ Service GmbH (Haan) und das Norddeutsche Apotheken-Rechenzentrum e. V. (NARZ) angehören, kritisiert in einer Pressemitteilung, dass die Rechenzentren in einer vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) 2016 in Auftrag gegebenen Studie nicht richtig eingestuft worden seien. In der von PriceWaterhouseCoopers durchgeführten Studie ging es laut VDARZ um eine effektive Aufgabenwahrnehmung und den Schutz Kritischer Infrastrukturen. Ziel sei gewesen, möglichst genaue und aktuelle Kenntnisse der Funktionsweise und Abhängigkeiten der Kritischen Strukturen im Gesundheitswesen zu erlangen. Dabei wurde auch untersucht, welche Auswirkungen Beeinträchtigungen der eingesetzten IT-Systeme auf die Versorgungsqualität haben könnten.

Doch der VDARZ bemängelt, dass die Abrechnung bisher „unverständlicherweise“ als unkritisch eingestuft werde. „Damit liegt kein Punkt der Aufmerksamkeit auf den möglichen ausbleibenden Zahlungen der Krankenkassen und Pharmahersteller sowie fehlenden Auszahlungen an die Apotheken.“ Sollte es dazu kommen, warnt der VDARZ: „Dies führt zu lawinenartigen Auswirkungen auf das System des Pharmagroßhandels und der pharmazeutischen Unternehmer. Die im VDARZ zusammengeschlossenen Unternehmen können ausbleibende Zahlungen nicht unbegrenzt vorfinanzieren.“

Aus Sicht des VDARZ ist auch das von der Regierung angekündigte unbegrenzte Kreditprogramm der Staatsbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) keine Hilfe. Denn: „Dieser Kreditrahmen muss über die jeweilige Hausbank beantragt werden, wozu aber noch nicht einmal der KfW die Rahmenbedingungen bekannt sind.“ Im DAZ.online-Interview hat auch die Noventi-Spitze erklärt, dass es in den kommenden Wochen und Monaten zu Problemen kommen könnte, wenn die Kassen ihren Zahlungszielen nicht mehr nachkommen. Noventi-Chef Dr. Hermann Sommer und Finanzchef Victor Castro erklärten, dass sie daher mit der Bundesregierung in Kontakt stehen und über einen Überbrückungskredit verhandeln. |

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