Gesundheitspolitik

153 Arzneimittel kommen aus Hubei

ks | Auch wenn viele Arzneimittel und Wirkstoffe aus China stammen: Noch gibt es laut BfArM keine Hinweise, dass das Coronavirus die Versorgung in Europa einschränkt.

Das neuartige Coronavirus 2019-nCoV hält die Welt weiterhin in Atem. Die Zahl der Todesfälle, vor allem in China, steigt beständig. In Europa ist die Lage allerdings überschaubar. Deutschland meldete bis vergangenen Freitag lediglich 16 bestätigte Infektionen, davon 14 in Bayern. Die meisten Betroffenen waren aber bereits wieder aus den Krankenhäusern entlassen. In anderen europäischen Ländern ist die Anzahl der bekannten Infektionen sogar noch geringer.

Und so sorgt man sich hierzulande vor allem darum, welche Auswirkungen das neue Coronavirus auf die Arzneimittelversorgung haben könnte. Schon jetzt kämpfen Apotheken und Patienten tagtäglich mit Lieferengpässen. Könnte sich diese Situation bald verschlimmern? Schließlich sitzt ein großer Teil der Wirkstoffproduzenten in China – manche davon in der besonders von Covid-19 betroffenen Provinz Hubei.

BfArM: Elf versorgungsrelevante Wirkstoffe betroffen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erklärte auf Nachfrage, laut der ihm vorliegenden Datenlage seien aktuell für 19 Arzneimittelzulassungen Wirkstoffherstellorte mit Sitz im Einzugsgebiet der Stadt Wuhan (China) angezeigt. 17 dieser Arzneimittelzulassungen verfügten über einen als versorgungsrelevant eingestuften Wirkstoff. Bezogen auf die komplette Provinz Hubei seien 153 Arzneimittel betroffen, wobei 64 der 153 Arzneimittel einen als versorgungsrelevant eingestuften Wirkstoff enthalten. Insgesamt sind dem BfArM zufolge elf Wirkstoffe betroffen, die Teil der Liste der versorgungsrelevanten Wirkstoffe (ohne Impfstoffe) sind.

Noch keine Hinweise auf Einschränkungen

Die Behörde hat eigenen Angaben zufolge die nach dieser Datenlage potenziell betroffenen Unternehmen kontaktiert, um weitere Angaben und Informationen zu erhalten. „Basierend auf den aktuell vorliegenden Informationen und Daten gibt es weder national noch europäisch Hinweise, die kurz­fristig auf eine Einschränkung oder ein Erliegen der Arzneimittelversorgung hindeuten“ so ein BfArM-Sprecher.

Im ständigen Austausch mit Behörden und Unternehmen

Das BfArM steht hinsichtlich der Entwicklung der Ausbreitung des 2019-nCoV sowie den damit verbundenen möglichen Auswirkungen und Effekten im Hinblick auf Lieferverzögerungen oder Lieferengpässe von Arzneimitteln aber weiterhin in einem kontinuierlichen Austausch mit dem Bundesministerium für Gesundheit, den Gesundheitsbehörden der Bundesländer, der European Medicines Agency (EMA), den pharmazeutischen Unternehmen und weiteren pharmazeutischen Berufsgruppen. |

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