Prisma

Selbst Hand anlegen bei der Mammografie

Gleiches Ergebnis, weniger Schmerzen

rr | Die Röntgenuntersuchung der Brust ist und bleibt die Methode der Wahl zur Früherkennung von Brustkrebs. Jedoch wird das Quetschen der Brust von vielen Frauen als unangenehm oder schmerzhaft empfunden. Eine neue Studie regt zum Umdenken im Ablauf an.

Bei einer Mammografie wird die Brust von einer medizinischen Fachkraft auf den Röntgenfilmtisch des Gerätes aufgelegt und zwischen zwei Plexiglasscheiben möglichst flach zusammen­gedrückt. Eine gute Kompression verbessert die Bildqualität und vermindert gleichzeitig die Strahlenbe­lastung. Im Rahmen der normalen Vorsorge werden von jeder Brust zwei Aufnahmen gemacht, das dauert insgesamt etwa 15 Minuten. Diese Zeit kann lang werden, vor allem, wenn die Prozedur schmerzhaft ist. Eine prospektive Studie ging der Frage nach, ob die Qualität der Untersuchung auch dann gewährleistet ist, wenn die Frauen die Kompression ihrer Brust selbst übernehmen. Insgesamt nahmen 549 Frauen zwischen 50 und 75 Jahren an sechs Krebszentren in Frankreich teil. Verglichen mit der Standardkompres­sion wurde mit der Selbstkompression im Durchschnitt sogar eine noch geringere und damit bessere Brustdicke erreicht (52,20 mm vs. 52,02 mm, Abstand zwischen den Platten). Zudem stuften die Frauen der Untersuchungsgruppe ihre Schmerzen anhand einer visuellen Analogskala geringer ein als die Kontrollgruppe (zwei vs. drei von zehn Einheiten). Es spricht einiges dafür, dass ein selbst verursachter Stimulus als weniger schmerzhaft wahr­genommen wird als eine Aktion von außen. Die Frauen haben die Möglichkeit, jederzeit zu stoppen, wenn es unangenehm wird und behalten die Kontrolle. Frauen sollte der Wunsch nach Selbstkompression bei der Mammografie nicht abgeschlagen werden. |

Quelle

So wird die Röntgenuntersuchung der Brust durchgeführt. Deutsches Krebsforschungszentrum, www.krebsinformationsdienst.de

Henrot P et al. Self-compression Technique vs Standard Compression in Mammography. JAMA Intern Med, 4. Februar 2019; doi: 10.1001/jamainternmed.2018.7169

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